Ein Instrument für die Jugend

Von JULIA HOHENADEL, 21.04.08, 17:58h

Ruppichteroth - Beim Frühlingskonzert am Wochenende hatten die Mitglieder des Akkordeonorchesters Ruppichteroth und der Jugendmusikkreis buchstäblich volles Haus: 120 Aktive, 15 Gastmusiker und hunderte Gäste.

Bild vergrößern
Von wegen schnöde „Quetschkommode“: Gerade der Nachwuchs lässt sich vom Spiel auf dem Akkordeon begeistern.
Ruppichteroth - 120 Aktive, 15 Gastmusiker und hunderte Gäste im voll besetzten Zuschauerraum der Bröltalhalle - beim Frühlingskonzert am Wochenende hatten die Mitglieder des Akkordeonorchesters Ruppichteroth und der Jugendmusikkreis buchstäblich volles Haus. So gab das Schlager-Trio Höffgen, Waltraud Lenz, zusammen mit Karl-Ernst und Günter Höffgen, vor allem Volkstümliches zum Besten. Mit dem Klassiker „Auf der Autobahn“ wandten sich die musikbegabten Geschwister vor allem an die älteren Besucher unter den Zuhörern.

Jazz vom Feinsten bot danach die Mini-Combo „Tripode“: Da griff Volker Engelberth in die Piano-Tasten, Dirk Kunz spielte am Bass und Kollege Rodrigo Villalon saß am Schlagzeug. Alle Drei sind angehende Musikprofis, die derzeit an verschiedenen Hochschulen studieren. Gemeinsam jazzten sie nicht nur die Bröltalhalle, sondern gehören auch zum Ruppichterother Inventar der „Döörper Jazz“. „Tripode“ traten gemeinsam auf mit Hobby-Chansonette Doris Wirths, die ebenso wie ihre jungen Begleiter einen festen Namen im örtlichen Kulturangebot hat. Wirths überzeugte mit einem Hauch von 60er-Jahre-Charme und Songs von Hildegard Knef und Zarah Leander.

Die Gruppe „Mir zwei, die zwei“ schlug danach saloppere Töne an: Mit einer originellen A-cappella-Version von Herbert Grönemeyers Klassiker „Männer“.

Nicht zuletzt war auch der frühere Dirigent des Akkordeon-Orchesters, Klaus Steglich, mit von der Partie. Gemeinsam mit seinen ehemaligen Schützlingen setzte Steglich „Strangers on the Shore“ in Szene und bot dazu ein Klarinettensolo. Das Akkordeonorchester selbst trat gleich in mehrfacher Mannschaftsstärke auf: Stolze vier Spielkreise gehören dem Verein an, insgesamt 120 Musiker im Alter zwischen sechs und 65 Jahren. Mit seinen spielfreudigen Jungmitgliedern bildet der Ruppichterother Verein übrigens eine rühmliche Ausnahme: „Wir sind das einzige Orchester im Bezirk Mittelrhein, das keinerlei Nachwuchssorgen hat“, erklärt Sprecher Bastian Rosner. Und tatsächlich: Das klassische Hand-Zug-Instrument, gerne als „Quetschkommode“ geschmäht, kommt bei den Kindern und Jugendlichen offenbar gut an: Von den 120 Mitgliedern sind 85 jünger als 20 Jahre.


http://www.rhein-sieg-anzeiger.ksta.de/jrsa/artikel.jsp?id=1207479048133

Copyright 2010 Kölner Stadt-Anzeiger. Alle Rechte vorbehalten.