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Berufskolleg

Stifte, Shirts und noch viel mehr

Von Julia Hohenadel, 25.01.12, 17:52h

Zwölftklässler des Siegburger Berufskollegs haben eine Firma gegründet. Zum Schuljahresende wird der „BK-Store“ wieder aufgelöst. Das Geschäftskonzept des jungen Unternehmens ist einfach.

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Start ins Unternehmerleben: Die jungen Gründer geben Gas! (Bild: Julia Hohenadel)
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Start ins Unternehmerleben: Die jungen Gründer geben Gas! (Bild: Julia Hohenadel)
Siegburg - „Wir können punkten mit vielfältigen Aktivitäten, mit Pressearbeit, mit allem Pipapo.“ So salopp wirbt nicht jeder Vorstandsvorsitzende für sein Unternehmen. Heiko Hanak schon. Bei der Hauptversammlung des BK-Store ging es gestern eher leger zu: Immerhin sind alle Verantwortlichen, Angestellte und Abteilungsleiter bis hinauf in die „Chefetage“ Schüler des Berufskollegs an der Hochstraße. 16 Jugendliche der zwölften Jahrgangsstufe haben in diesem Schuljahr ein eigenes kleines Unternehmen gegründet – den „BK-Store“.

„In Zusammenarbeit mit dem Institut der Deutschen Wirtschaft Köln Junior gGmbH sind wir für ein Schuljahr Junior-Unternehmer“, erklärte Vorstandsvorsitzender Hanak vor den versammelten Gästen. Lehrerin Jacqueline Schwarzbach ist zu Recht stolz auf ihre Schützlinge. „Die Motivation war von Anfang an hoch“, lobt die Lehrerin für Wirtschaftswissenschaften und Bankbetriebslehre die 16 jungen Leute. Sie stammen aus vier verschiedenen Klassen und bilden alle zusammen den Differenzierungskurs „Unternehmensgründung“ – da habe es nahe gelegen, gleich am „lebenden Objekt“ zu üben, erklärt Schwarzbach.

Das Geschäftskonzept des BK-Store ist einfach: T-Shirts mit frechen Aufdrucken und Schulmaterialien wie Kugelschreiber, Ringbücher oder Radiergummis wollen die Schüler an den Mann oder die Frau bringen. Für den Betrieb wurden verschiedene Abteilungen gegründet und zumeist mit zwei Schülern besetzt: Technikabteilung, Marketing, Personal und noch einige mehr. Verkauft wird tatsächlich, auch mit Einkaufspreisen, Lohnkosten und weiteren Posten müssen die Jugendlichen kalkulieren. Dabei dürfen sie maximal 15 000 Euro umsetzen und höchstens 5000 Euro Gewinn machen. Als sie das Mitarbeitergehalt von 50 Cent verkünden („dazu kommen noch die Abzüge“), ernten die Verantwortlichen herzliche Lacher. Dennoch ist der BK-Store ein durchaus ernst zu nehmendes kleines Unternehmen.

Dessen Ende steht zwar auf dem Papier schon fest – mit dem Auslaufen des Schuljahres wird das Unternehmen aufgelöst – dennoch sei es möglich, sagt Lehrerin Jacqueline Schwarzbach, dass die nächste Jahrgangsstufe den Betrieb weiterführt. Zudem hoffen die Verantwortlichen, dass durch das Planspiel junge Gründer auf den Geschmack kommen, sich selbstständig zu machen. „Deutschland leidet an seiner Gründungsmentalität“, meint etwa die stellvertretende Schulleiterin Daniela Steffens. Initiativen wie jene des BK-Store seien deshalb umso begrüßenswerter, lobt sie. Grundprinzipien des wirtschaftlichen Handelns ließen sich damit spielerisch trainieren, ebenso Schlüsselqualifikationen wie Teamfähigkeit. Interessierte können bei der Hauptversammlung, die eigentlich eine Gründungsversammlung ist, Anteilsscheine à zehn Euro erwerben. Daniela Steffens rührt die Werbetrommel: „Ich mache das sofort!“



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