Von Johannes Schmitz, 17.09.10, 11:26h
ITG, das ist ein Düsseldorfer Entwickler und Betreiber von Einkaufszentren, der sich nach eigenen Angaben auf mittlere Städte konzentriert. In Bocholt beispielsweise gehören zu den Mietern der ITG die Modeläden H & M, Peek & Cloppenburg, New Yorker, Madonna und ein Saturn-Markt - also jene Ketten, die auch in ein ECE-Center gehen könnten. Für die ITG sagte Helmut Berends: „Wir haben der Stadt ein ausgearbeitetes Konzept vorgestellt.“ Der Bürgermeister sei zwar sehr offen dafür gewesen. Dennoch hatte Berends, zumal nach der Ratsentscheidung für eine zentrale Shoppingmall, den Eindruck, dass Franz Huhn auf ECE setze. Die weitere Kommunikationspolitik des Rathauses untermauerte das.
Das Ziel der ITG sei kein Einkaufscenter, das für sich allein bestehen könne. Vielmehr solle die Stadt gemeinsam mit dem Einzelhandel ein Konzept für die ganze Innenstadt entwerfen. Das gelte auch für die Verkehrs- und Parksituation.
Kritiker des dezentralen ITG-Konzeptes bemängeln, mehrere Großflächen an verschiedenen Orten in der Fußgängerzone ließen sich nicht profitabel finanzieren. Dem hält Berends entgegen, dass ITG deutlich geringere Kosten als ECE habe, da bei einer dezentralen Lösung zum Beispiel kein Center-Management bezahlt werden müsse. Außerdem habe die ITG geringere Rendite-Erwartungen als die ECE.
Auf Einladung der Bürgerinitiative gegen ECE bekräftigte Berends gemeinsam mit den Eigentümern Goldberg und Hans W. Bönninghausen, dass sie realistische Chancen für ein dezentrales Konzept sehen. Bönninghausen bekräftigte seine Absicht, sechs seiner Häuser an der Holzgasse einem Neubau weichen zu lassen. Insgesamt will ITG auf den Grundstücken von Bönninghausen und Goldberg mehrere großflächige Ladenlokale schaffen.
Auf die Frage, ob sein dezentrales Konzept ohne den Parkplatz hinter der Marktpassage auskomme, antwortete Berends: „Wenn ECE sich zurückzieht, ist der Parkplatz wieder auf dem Markt.“ ECE hat sich den Parkplatz mit einer Option gesichert, ihn aber noch nicht abschließend gekauft.
Wer diesen Parkplatz bebauen möchte, muss auch 100 Parkplätze für die Marktpassage nachweisen. Kritiker eines dezentralen Konzeptes halten dies ebenso für ein Problem, wie die Finanzierung eines Lebensmittelmarktes bei einer dezentralen Lösung. Lebensmittelmärkte zahlen im Vergleich zu Textilhändlern eine geringere Miete pro Quadratmeter, benötigen aber viel Platz.
Hans Bönninghausen betonte erneut, er wolle das Commerzbankhaus an der Kaiserstraße nicht an ECE verkaufen. Die Diskussion um die Shoppingmall habe aber auch ihr Gutes: „Das hat die Gesamtsituation befeuert. Allen ist klar, dass in Siegburg etwas passieren muss.“
Bönninghausen hält es außerdem für wichtig, dass neue große Ladenlokale nach und nach gebaut und geschaffen werden. Es dürfe sich nicht die ganze Stadt in eine große Baustelle verwandeln.
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