Schriftgröße

Nach Loveparade

Höhere Standards für Massen-Events

Erstellt 17.08.10, 22:28h

Die nordrhein-westfälische Landesregierung zieht Konsequenzen aus dem Unglück bei der Loveparade. Wenn künftig bei Großveranstaltungen Zweifel am Sicherheitskonzept bestehen, soll die nächsthöhere Behörde angerufen werden.

Innenminister Ralf Jäger
Bild vergrößern
Innenminister Ralf Jäger. (Bild: Archiv)
Innenminister Ralf Jäger
Bild verkleinern
Innenminister Ralf Jäger. (Bild: Archiv)
DÜSSELDORF – Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen will als Konsequenz aus der Katastrophe bei der Love-Parade mit Gesetzesänderungen für mehr Sicherheit bei Großveranstaltungen sorgen. Die Standards für private Sicherheitsunternehmen müssten über das Gewerberecht verbessert werden, sagte Innenminister Ralf Jäger am Dienstag in Düsseldorf. „Deshalb ist eine verbindliche und anspruchsvolle Zertifizierung der Unternehmen erforderlich", forderte der SPD-Politiker. Zudem müsse es eine gesetzliche Verpflichtung zum Abschluss einer Haftpflichtversicherung für Großveranstaltungen geben. „Sie muss deutlich über der Versicherungssumme von 7,5 Millionen Euro liegen, die für die Love-Parade in Duisburg vereinbart war. " Das Innenministerium will bei Planung, Genehmigung und Durchführung „zu bundesweit verbindlichen Vorgaben kommen".

Er kündigte an, seine Vorschläge im November bei der Innenministerkonferenz einzubringen. Sollte zuvor eine Verständigung erreicht werden, könne es bereits dann einen Beschluss geben. „Ich halte es ebenso für erforderlich, dass sich die Polizei des Bundes und der Länder noch intensiver als bisher mit den Gefahren beschäftigen, die bei Massenveranstaltungen auftreten können."

Für Nordrhein-Westfalen gilt ab sofort, dass eine Kommune eine Genehmigung nur erteilen darf, wenn alle betroffenen Sicherheitsbehörden mit dem Sicherheitskonzept einverstanden sind. „Bei fehlendem Einvernehmen sind die Bezirksregierung und notfalls das Innenministerium zu informieren." Bei Sicherheitsbedenken müsse eine Veranstaltung abgesagt werden. „Sicherheit muss Vorrang haben vor kommerziellen Interessen“. so Jäger, es müsse verhindert werden, dass Kommunen „von Veranstaltern über den Tisch gezogen werden“.

Am 24. Juli war es bei der Love-Parade in Duisburg zu einer Massenpanik gekommen, bei der 21 Menschen getötet und mehr als 500 verletzt wurden. Die Stadt Duisburg, der Veranstalter und die Polizei schieben sich seitdem die Verantwortung gegenseitig zu. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung.

Jäger wies darauf hin, dass bis zu einer endgültigen rechtskräftigen Entscheidung durch ein Gericht Jahre vergehen könnten. Für den Minister ist neben anderen die Frage noch ungeklärt, wie die Stadt Duisburg die Einhaltung der Auflagen durch den Veranstalter kontrolliert hat. (bce, rtr)



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Orte des Geschehens

große Karte

Anzeige


Anzeige


Umfrage

Lärm aus dem Karnevalszelt
Eine Anliegerin des Frouardplatzes In Lohmar versucht, das Festzelt der Karnevalsgesellschaft "Ahl Jecke" verbieten zu lassen. Das Feiern bis spät in die Nacht sei zu laut. Was halten Sie davon?

Termine


Das lesen Sie in der Printausgabe 10.2.


Bildergalerie


Radarkontrollen


Bürgerantrag

ksta.tv


Karneval in Rhein-Sieg Session 2011/2012


Special


Ärzte & Apotheken


Vögel in der Region


Soundcheck


Jahresrückblick


rhein-sieg-anzeiger.de auf Facebook

rhein-sieg-anzeiger.de auf Facebook

Tierheim Troisdorf


Rhein-Sieg Links


Extra


Service


WAS.WANN.WO.


Extra


KSTA-Service


Top-Links (Anzeige)


Dienste