Erstellt 17.08.10, 22:28h
Er kündigte an, seine Vorschläge im November bei der Innenministerkonferenz einzubringen. Sollte zuvor eine Verständigung erreicht werden, könne es bereits dann einen Beschluss geben. „Ich halte es ebenso für erforderlich, dass sich die Polizei des Bundes und der Länder noch intensiver als bisher mit den Gefahren beschäftigen, die bei Massenveranstaltungen auftreten können."
Für Nordrhein-Westfalen gilt ab sofort, dass eine Kommune eine Genehmigung nur erteilen darf, wenn alle betroffenen Sicherheitsbehörden mit dem Sicherheitskonzept einverstanden sind. „Bei fehlendem Einvernehmen sind die Bezirksregierung und notfalls das Innenministerium zu informieren." Bei Sicherheitsbedenken müsse eine Veranstaltung abgesagt werden. „Sicherheit muss Vorrang haben vor kommerziellen Interessen“. so Jäger, es müsse verhindert werden, dass Kommunen „von Veranstaltern über den Tisch gezogen werden“.
Am 24. Juli war es bei der Love-Parade in Duisburg zu einer Massenpanik gekommen, bei der 21 Menschen getötet und mehr als 500 verletzt wurden. Die Stadt Duisburg, der Veranstalter und die Polizei schieben sich seitdem die Verantwortung gegenseitig zu. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung.
Jäger wies darauf hin, dass bis zu einer endgültigen rechtskräftigen Entscheidung durch ein Gericht Jahre vergehen könnten. Für den Minister ist neben anderen die Frage noch ungeklärt, wie die Stadt Duisburg die Einhaltung der Auflagen durch den Veranstalter kontrolliert hat. (bce, rtr)
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