Von Johannes Schmitz, 07.07.10, 08:24h, aktualisiert 14.12.10, 09:02h
Durch den Verkauf der Klinik an Helios muss die Stadt diesen Zuschuss aber nicht mehr zahlen. Daher hat die Stadt die nun nicht mehr benötigten knapp 39 Millionen Euro im laufenden Jahr wieder ihrem Eigenkapital zugeschlagen - was zu dem satten Überschuss führt. Natürlich liegt das Geld immer noch nicht irgendwo auf der Hohen Kante. Das Eigenkapital bildet sich aus den Werten der Stadt, angefangen vom Kanalnetz bis zu den Gebäuden.
Doch die GPA will diese Transaktionen nicht dulden. Die Gründe hierfür seien für die Stadt aber nicht ersichtlich, ärgert sich der Bürgermeister. Er hat sich fachlichen und juristischen Sachverstand an die Seite geholt, der seine Sicht bestätigt. Der frühere NRW-Minister Jochen Dieckmann, der jetzt als Anwalt arbeitet, sagt: „Wir haben keinen tragfähigen Grund bekommen“. Auch der Wirtschaftsprüfer Klaus Schmitz-Toenneßen ist entsetzt über die Haltung der GPA. Wenn die Stadt diese 39 Millionen Euro nicht zurückgestellt hätte, um den Investitionskostenzuschuss an Helios in all den Jahren zahlen zu können, dann hätte der Haushalt der Stadt die Wirtschaftsprüfung nicht bestanden. Jetzt aber ist die Stadt in der vorläufigen Haushaltsführung. Bestimmte Ausgaben, etwa für Kindertagespflegestellen oder den Literaturpreis stehen nun zur Disposition. Die Auffassung der GPA hat sich auch die Kommunalaufsicht zu Eigen gemacht. Sollte Landrat Frithjof Kühn in seiner Funktion als vom Land bestellter Kommunalaufseher den Siegburger Etat tatsächlich um jene 39 Millionen Euro „erleichtern“ wollen, wie die GPA das vorsieht, soll der Stadtrat den Bürgermeister damit beauftragen, gegen den Landrat zu klagen. So sieht es Verwaltungs-Chef Franz Huhn vor.
Solch ein Verfahren kann sich allerdings über Jahre hinziehen. Siegburg befände sich während dieser Zeit in der vorläufigen Haushaltsführung und dürfte für größere Investitionen nur Geld in die Hand nehmen, wenn diese unaufschiebbar sind. Beschlossene Projekte wie die Erweiterung des Anno-Gymnasiums können aber wie geplant durchgeführt werden.
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