Von Ralf Rohrmoser-von Glasow, 26.04.10, 13:50h, aktualisiert 27.04.10, 09:21h
Dadurch gestaltete sich die Löschwasserversorgung schwierig. Die beiden Großtankwagen aus Söven und Königswinter kamen zur Einsatzstelle. Mit dem Schlauchwagen wurde über rund 1,2 Kilometer eine weitere Leitung nach Wellesberg gelegt. Die Feuerwehrleute sicherten derweil die angrenzenden Gebäude, insbesondere den Raum mit den Heizöltanks. In der Halle selbst schlugen die Flammen wieder hoch, das Material und das Dach waren indes schon zerstört. Als wieder ausreichend Wasserdruck da war, kam Schaummittel zum Einsatz. Nur wenige Minuten später war der Feuerschein verschwunden, gleichwohl qualmte es weiter aus allen Öffnungen.
Der Inhaber der Firma, der die Halle gemietet hatte, stand kopfschüttelnd vor den Resten des Gebäudes. „Ich habe am vergangenen Mittwoch erst Fenster und Türen für rund 50 000 Euro geliefert bekommen“, erzählte der 49 Jahre alte Michael Kurz. „Die sollten ab heute verbaut werden.“ Gerade hatte er einen neuen Mitarbeiter eingestellt, der seinen ersten Arbeitstag bei einem Großbrand verbrachte. Der macht sich jetzt Sorgen um seine berufliche Zukunft.
Mit den Profilen, Sicherheitsgläsern und dreifach verglasten Fenstern verbrannte auch das komplette Werkzeug. Kurze schätzte seinen eigenen Schaden auf rund 100 000 Euro, er hoffte, dass die Versicherung schnell zahlt. Denn das Jahr hatte trotz Krise für ihn gut angefangen, die Auftragsbücher waren voll. Noch während die Feuerwehr die Flammen bekämpfte, telefonierte der Fensterbauer mit seinen Kunden und erzählte ihnen von dem Unglück. Noch am Abend zuvor hatte ein Mitarbeiter die Werkstatt kontrolliert, da war von einem Brand nichts zu bemerken gewesen.
500 Liter Schaummittel setzten die Wehrleute ein, legten einen dichten weißen Teppich in die Halle. Der Brand wurde erstickt, im Dachstuhl aber glommen Glutnester. Krämer holte das Technische Hilfswerk nach Wiersberg, um die metallenen Dachpaneele abzudecken. Sie hingen teils herunter, teils drohten sie einzustürzen. Erst danach konnten kleinere Brandherde abgelöscht werden. Bis gegen 16 Uhr dauerten diese Arbeiten an.
Die Bewohner des kleinen Weilers sorgten an diesem Morgen für die Freiwilligen. Sie bauten vor dem Hof einen Tisch auf und schmierten Brötchen. Aus den umliegenden Häusern wurden Kaffeetassen und -kannen herbeigeschleppt, irgendjemand hatte gleich mehrere Tüten Brötchen besorgt. Die Milch der rund 160 Tiere übrigens wurde nicht in Mitleidenschaft gezogen. Sie kann, so die Brandermittler der Polizei, unbeschadet in den Handel gebracht werden. Die Ursache des Feuers ist noch nicht geklärt, die Einsatzstelle wurde beschlagnahmt. Erst am Mittwoch werden die Ermittler der Kripo ihre Arbeit aufnehmen können.
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