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ECE-Pläne

Schlechte Prognose für die City

Von Johannes Schmitz, 10.03.10, 09:55h, aktualisiert 15.09.10, 10:55h

Die Studie einer Hamburger Ökonomin belegt, dass Einkaufszentren für die Innenstädte und deren Geschäfte nicht von Vorteil sind. 70 Städte mit Einkaufszentren hat sie dafür untersucht. Bürgermeister Franz Huhn widerspricht.

Siegburg
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Die Kreisstadt Siegburg fürchtet die Konkurrenz neuer Einkaufszentren in den Nachbarstädten - und plant nun selbst eines. (Bild: Johannes Schmitz)
Siegburg
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Die Kreisstadt Siegburg fürchtet die Konkurrenz neuer Einkaufszentren in den Nachbarstädten - und plant nun selbst eines. (Bild: Johannes Schmitz)
Siegburg - „Die sollen ehrlich sagen, dass sie fürchten, in Zukunft weniger Mieteinnahmen zu generieren“. Bürgermeister Franz Huhn wirft den Mitbegründern der Bürgerinitiative gegen ein ECE-Einkaufscenter vor, ihre eigenen finanziellen Interessen hinter der Fassade des bürgerschaftlichen Engagements zu verbergen. Die aktuellen Mietpreise in Siegburg seien völlig überzogen. Und Huhn findet es ganz in Ordnung, wenn dieses Preisniveau mit der Ansiedlung eines ECE-Centers sinken würde. Denn dann könnten sich rund um die Einkaufsgalerie Geschäfte niederlassen, die sich das derzeit nicht leisten können.

Die Hausbesitzer, die in der kommenden Woche die Bürgerinitiative gegen ECE mitgründen möchten, sehen das naturgemäß anders. Dabei stützen sie sich auf eine Studie der Hamburger Ökonomin Monika Walther, die die „Auswirkungen innerstädtischer Shoppingcenter auf die gewachsenen Strukturen der Zentren“ untersucht hat.

Sie hat 70 deutsche Innenstädte auf die Folgen der dort angesiedelten Einkaufsgalerien hin untersucht. Ihr Ergebnis ist eindeutig: Einkaufszentren in den Innenstädten führen zu verminderten Mieteinnahmen der umliegenden Geschäftshäuser von im Schnitt zwölf Prozent. Und die Geschäftshäuser verloren durchschnittlich ein Viertel ihres Verkehrswertes nach dem Bau einer Einkaufsgalerie.

Doch Monika Walther hat in ihrer mehr als ein Jahrzehnt überblickenden Studie nicht nur negative Auswirkungen für die Renditen der Immobilienbesitzer ausgemacht, sondern auch für die die Betreiber von kleineren Geschäften und deren Kunden. Die großen Center führten in den traditionellen Einkaufslagen vielfach zu Geschäftsaufgaben, zeitweiligen Leerständen und zur Ansiedlung von SB-Backstationen, Handy-Shops oder ein Euro-Läden. Für die negativen Auswirkungen eines Einkaufscenters macht Walther weniger dessen Größe, als die Anzahl der Ladenlokale verantwortlich. „Je weniger Ladenflächen, desto besser“, fasst die Wissenschaftlerin ihre Ergebnisse zusammen. ECE plant für Siegburg rund 70 Ladenlokale. Walther macht eine Aussage, die aufhorchen lässt: Dass innerstädtische Einkaufszentren „helfen, verloren gegangene Kaufkraft zurück zu gewinnen und als positive Impulsgeber für die Innenstädte wirken, wie es von den Entwicklern regelmäßig behauptet wird, muss angesichts der Forschungsergebnisse in Zweifel gezogen werden.“



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