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Holzhandel

Nach Großbrand wurde Wache gehalten

Von Julia Hohenadel, 17.02.10, 07:30h, aktualisiert 22.02.10, 15:54h

Auch 16 Stunden nach dem verheerenden Brand auf einer Lagerfläche eines Siegburger Holzhandels löschten die Feuerwehrleute noch einzelne Flammen. Die Nacht über hielt die Feuerwehr Wache, weil immer wieder Glutnester aufloderten.

Brandstelle Holzlager Tag
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Nach der genauen Brandursache wird weiter geforscht. (Bild: ti)
Brandstelle Holzlager Tag
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Nach der genauen Brandursache wird weiter geforscht. (Bild: ti)
Brand Holzlager
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Hunderte Feuerwehrleute aus dem gesamten Rhein-Sieg-Kreis waren vor Ort. (Bild: jkh)
Brand Holzlager
Siegburg - Das Feuer wütete stundenlang: Am frühen Aschermittwochmorgen brennt in Siegburg die Lagerfläche eines Holzhandels vollständig aus. Um 4.30 Uhr gehen bei der Leitstelle die ersten Anrufe ein: Große Stapel mit Sperrholz, Kanthölzern und anderen Holzwerkstoffen in der Industriestraße stehen in hellen Flammen. Immer mehr Menschen melden sich, weithin sind die Flammen und die riesige Rauchsäule sichtbar. Die Feuer- und Rettungsleitstelle löst Großalarm aus.

Lohmar, Sankt Augustin, Siegburg, alle Feuerwehren eilen zur Einsatzstelle im Industriegebiet. Rund 200 Feuerwehrmänner und -frauen sind alarmiert. Vor Ort erwartet die Helfer ein schieres Inferno: Viele Meter hoch lodern die Flammen und haben sich bereits weit in das rund 5.000 Quadratmeter große Gelände gefressen. Eine Drehleiter wird in Stellung gebracht, die zweite ist schon angefordert. Das Feuer droht auf das Verkaufsgebäude überzugreifen. Eine Wand des Lagers grenzt an Wohngebäude in der Von-Stephanstraße. Immer mehr Feuerwehren treffen ein, Rettungskräfte, Technisches Hilfswerk (THW). Der Parkplatz eines angrenzenden Supermarktes wird vollständig von den Einsatzkräften in Beschlag genommen.

Bald stellt sich heraus: Es sind keine Menschen auf dem Gelände. Aber in den angrenzenden Wohnhäusern. Sie müssen in Sicherheit gebracht werden. Mitarbeiter des Ordnungsamtes überwachen die Evakuierung. Rund 80 Anwohner werden aus ihren Betten geholt und müssen den Aschermittwoch in der Turnhalle der Grundschule Am Haufeld beginnen. Dort werden sie von Notfallseelsorgern des Teams Psychosoziale Unterstützung betreut vom Malteser Hilfsdienst und vom Deutschen Roten Kreuz versorgt. Immer wieder müssen die Retter Fragen beantworten: Wann darf man zurück nach Hause? Was passiert mit dem Habseligkeiten in den verlassenen Wohnungen? Doch die Helfer können die aufgewühlten Anwohner beruhigen: Das Feuer ist nicht auf die angrenzenden Häuser übergesprungen. Immerhin die Bewohner der Von-Stephanstraße sind von den Flammen verschont geblieben.

Derweil haben die Wehrleute auf dem Supermarktparkplatz einen mobilen Container für die Einsatzleitung in Position gebracht. Die Industriestraße wird zum Großeinsatzbereich.

Einsatzleiter Thomas Glatz, Chef der Siegburger Feuerwehr, koordiniert das Geschehen. Die in unmittelbarer Nähe gelegenen Bahnlinien werden zur Sicherheit gesperrt - ab 5 Uhr fahren weder S-Bahnen in Richtung Köln noch Hochgeschwindigkeitszüge auf dem ICE-Gleis. Anderthalb Stunden später wütet das Feuer immer noch auf dem Gelände der Holzhandlung. Doch die Wehrleute können nichts mehr retten: Sie lassen die Hochregale kontrolliert abbrennen. „Wir haben die Wärmeabstrahlung so gut es ging von den Oberleitungen fern gehalten“, erklärt Einsatzleiter Glatz später. Gegen 6.30 Uhr werden die Bahn-Strecken wieder freigegeben.

Zwischen den umher eilenden Einsatzkräften machen sich Mitarbeiter des Baubetriebsamtes zu schaffen: Bei minus fünf Grad Celsius gefriert das Löschwasser unter den Füßen der Retter augenblicklich zu einer zentimeterdicken Eisplatte. Die Helfer der Helfer streuen Salz en masse. Gegen das Einfrieren der Löscharmaturen können sie nichts ausrichten. Die Wehrleute kämpfen gegen Feuer und Eis gleichzeitig.

Kreisbrandmeister Walter Jonas lässt einen Messalarm auslösen: Die riesigen Rauchwolken sollen auf Schadstoffe geprüft werden. Doch, teilt Jonas schon bald mit: „Es sind keine giftigen Gase in der Luft.“ Auch die örtliche Kläranlage wird informiert: Sie muss nun mit tausenden Litern kontaminierten Löschwassers fertig werden.

Um kurz vor 7 Uhr schickt die Einsatzleitung die ersten freiwilligen Feuerwehrleute nach Hause - wer von ihnen Glück hat, kann sich nach dem stundenlangen Einsatz bei klirrender Kälte zuhause noch schnell einen Kaffee und eine heiße Dusche gönnen, ehe der ganz normale Arbeitsplatz ruft.

Marianne Gräfen, Leiterin des umlagerten Supermarktes, besieht sich die Miniatur-Stadt aus Feuerwehrleuten, THW, Rettungsdiensten, Polizei, Notfallseelsorger und vielen anderen vor ihrer Tür. Den Supermarkt kann sie vorerst nicht für Kunden öffnen. „Wir machen das auf Sicht“, erklärt Gräfen. Die Türen öffnet sie dann aber doch: Für eine Besprechung der Retter, wenige Minuten im Warmen. „Das ist doch klar“, versichert Gräfen. Die Nachlöscharbeiten dauern bis weit in den Tag hinein. Die Ermittlungen, wie es zu dem Großfeuer kommen konnte, laufen. (ksta)



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