Von Die Fragen stellte Petra Römer-Westarp, 08.03.10, 16:48h
GERHARD FISCHER: Die Jenaplanschule führt vom ersten Schuljahr bis zum Abitur und das in altersgemischten Lerngruppen. Ich bin davon überzeugt, dass heterogene Lerngruppen effektiver sind. Lehrer sind dann weniger geneigt, allen den gleichen Stoff anzubieten und stellen sich von vornherein auf Individualität und unterschiedliche Voraussetzungen ein.
Warum befürworten Sie das gemeinsame Lernen ab dem ersten Jahr?
FISCHER: Der Bruch, den wir jetzt nach der vierten Klasse haben, fällt dann weg. Anstatt zu versuchen, diesen Bruch auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben - also die Grundschule zu verlängern -, sollte man die Kinder von Anfang bis Ende ihrer Schulzeit gemeinsam unterrichten.
Warum fließen die Errungenschaften der Reformpädagogik nur so langsam ins reguläre Schulsystem, insbesondere bei den weiterführenden Schulen?
FISCHER: Die politisch Verantwortlichen denken in Schlagworten, die sie oft nicht mit Inhalt füllen und deren praktische Konsequenzen ihnen nicht klar sind. Es gibt zu wenig Dialog zwischen denen, die Schule jeden Tag machen, und denen, die Schule politisch verantworten.
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