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Komödie

Sympathie für die alte Schachtel

Von Petra Römer-Westarp, 08.03.10, 15:27h

Die Tragikkomödie „Sechs Tanzstunden in sechs Wochen“ von Richard Alfieri ist derzeit auf der Bühne des Zimmertheaters Haus Birkenried in Neunkirchen-Hohn zu sehen.

Tanzlehrer
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Zwischen dem Tanzlehrer Michael (Guido Renner) und seiner Schülerin Lily (Sibylle Kuhne) wächst die Sympathie. Ein Happy End im herkömmlichen Sinne gibt es aber nicht. BILD: PETRA RÖMER-WESTARP
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Zwischen dem Tanzlehrer Michael (Guido Renner) und seiner Schülerin Lily (Sibylle Kuhne) wächst die Sympathie. Ein Happy End im herkömmlichen Sinne gibt es aber nicht. BILD: PETRA RÖMER-WESTARP
Neunkirchen-Seelscheid - Nicht gerade charmant ist das, was Tanzlehrer Michael Minetti seiner Kundin Lily Harrsion da gleich in der ersten Tanzstunde an den Kopf wirft. Als „verknöcherte alte Schachtel“ bezeichnet er sie und riskiert prompt seinen Rauswurf. Für sechs Tanzstunden hat Harrison den jungen Mann gebucht. Ihm seine Frechheit zurückzuzahlen, dazu bekommt die alte Dame während dieser Lektionen reichlich Gelegenheit. Doch hinter all den Lügen und Attacken, die sich die ungleichen Tanzpartner auftischen, wachsen unversehens Sympathie und eine tiefe Beziehung.

Wie auf den Leib geschrieben

Richard Alfieris Tragikkomödie „Sechs Tanzstunden in sechs Wochen“ ist derzeit auf der Bühne des Zimmertheaters Haus Birkenried in Neunkirchen-Hohn zu sehen. Wieder ist es Regisseur Jörg Kaehler gelungen, ein Stück ausfindig zu machen, dass seiner Partnerin Sibylle Kuhne wie auf den Leib geschrieben scheint. Glaubhaft verkörpert sie die alte Südstaaten-Lady und versteht es, deren Lebenslust und deren seelische Verwundungen gleichermaßen ergreifend darzustellen.

Ihr zur Seite steht mit Schauspieler Guido Renner aus Köln ein nicht minder überzeugender Akteur. Auch die leisen Töne gelingen ihm sehr gut. Still ist es im Zuschauerraum plötzlich, als Michael seiner Tanzpartnerin gesteht, dass er seinen Freund durch Aids verloren hat.

Auch Lily lässt Michael nach und nach hinter die Fassade ihrer vermeintlich glücklichen Ehe blicken. Für Vergnügen und Fröhlichkeit hatte ihr verstorbener Mann nichts übrig. In seinem religiösen Fanatismus trägt er sogar Mitschuld am Tod der einzigen Tochter, wie sich aus Lilys Erzählung über ihren Ehemann ergibt. Wenn Michael und Lily dann zusammen tanzen, scheint jahrzehntelang unterdrückte Lebensfreude aus den beiden herauszubrechen. Auch von der Stimmung der Musik her sind die Tanzeinlagen in den sieben Szenen mit mit dem Handlungsverlauf verwoben.

Neben der Tragik, die sich in den Schicksalen - aber auch in der Handlung - äußert, darf der mitunter sarkastische, oft aber auch subtile Humor in den Dialogen nicht unerwähnt. So spotten die Akteure auch durchaus gern über sich selbst. Etwa wenn Lily ankündigt, nachdem die beiden von einem Ball kommen: „Ich mach' uns erst mal einen Schonkaffee“, oder wenn sie ganz nebenbei erwähnt: „Die Beziehung zu meinem Ehemann hat sich gebessert, seit er tot ist.“

Weitere Aufführungen: 11., 12., und 13. März und 8., 9., 10., 15., 16. und 17. April, jeweils ab 20 Uhr. Die Eintrittskarten gibt es für 15 Euro bei Floristik Buchner unter 02247 / 49 97.



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