Von Stephan Propach, 05.03.10, 16:06h, aktualisiert 05.03.10, 16:13h
Die Konflikte sind von Anfang an programmiert. Omas zweiter Sohn Manfred hat zwar eine Frau, aber die hat ihn fest im Griff. Sie passt mit Parfüm und Desinfektionsmittel in den Wald wie Tarzan in die Großstadt. Und den Rest der Familie hält sie schlicht für primitiv. Das gilt besonders für Schwägerin Adele, ebenfalls unverheiratet, für die Männer ein Kostenfaktor und eigentlich nur störend sind. Einzig Enkelin Cornelia scheint halbwegs normal zu ticken.
Bewegung kommt in die stetig zickelnde Bande, als Oma im Häuschen einen Schwarzen Beutel mit einem kleinen Vermögen findet. Plötzlich dreht sich alles um diesen „schwarzen Büggel“. Oma als Finderin wird von der lieben Familie verhätschelt, und jeder, ob Schmetterlingsfänger Würmlein, Waldarbeiter Hammer, Walkerin Kugel oder der schräge Vogel Tom wird verdächtigt, der Böse Räuber zu sein, der den Büggel im Haus versteckt hat.
Die Hobbybühne Hurst, die seit 16 Jahren Schwänke wie den von Bernd Gombold auf die Bühne bringt, zeigt das Stück in diesem Jahr gleich zwölf Mal - Generalprobe mit Publikum inklusive. Auch das aufwändige Bühnenbild haben die engagierten Laien unter der Leitung von Manfred Geisler selbst erstellt: Bäume wurden modelliert, in 400 echte Äste wurden Löcher für 5200 künstliche Blätter gebohrt. Auch die Bewirtung schultern die Hurster größtenteils selbst. Für ihre Benefizaufführung allerdings haben sie Eurotoque-Sterne-Maître Uwe Steiniger gewonnen - ehrenamtlich. Da wollen sie ihren Erlös von 2005 von 13 500 Euro noch einmal steigern, zugunsten des Kinderhospizes Balthasar in Olpe.
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