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Schwerer Unfall

Ein Toter bei Kollision mit Zug

Von Thomas Iskra, 28.01.10, 11:05h, aktualisiert 28.01.10, 15:01h

An einem Bahnübergang in Niederkassel-Rheidt ist ein Zug mit einem Auto kollidiert. Dabei kam ein Mensch ums Leben, zwei weitere wurden schwer verletzt. Die Insassen waren eingeklemmt und mussten von den Einsatzkräften befreit werden.

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In Niederkassel-Rheidt kollidierte ein Zug mit einem Auto auf einem Bahnübergang. (Bild: Thomas Iskra)
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In Niederkassel-Rheidt kollidierte ein Zug mit einem Auto auf einem Bahnübergang. (Bild: Thomas Iskra)
Niederkassel - Eine Tragödie hat sich am Donnerstagvormittag in Niederkassel-Rheidt ereignet. Ein PKW wurde beim Überfahren der Bahngleise von einem Güterzug gerammt. Eine junge Frau starb bei dem Unfall, ein älterer Mann und ein siebenjähriger Junge wurden schwer verletzt.

Ein 71 Jahre alter Rentner aus Niederkassel hatte am unbeschrankten Bahnübergang an der Binger Straße nach ersten Erkenntnissen der Polizei das Rotlicht missachtet und einen von rechts kommenden Güterzug übersehen. Der Industriezug rammte frontal in die Beifahrertüre. Die 27-jährige Beifahrerin war sofort tot. Vor Ort hieß es, sie sei die Tochter des Autofahrers gewesen. Offiziell wollte die Polizei dies aber nicht bestätigen. Der Fahrer und der sieben Jahre alter Sohn der Beifahrerin, der auf dem Rücksitz saß, wurden im Wagen eingeklemmt und schwer verletzt.

Für die Retter bot sich ein Bild des Grauens. Die 60-Tonnen schwere Industrielok der RSVG mit drei Kesselwagen war zwar mit etwa 15 Stundenkilometern nicht schnell. Doch das große Gewicht des Güterzugs ließ sich nicht abbremsen. Die Lok fuhr auf die Beifahrerseite des Autos auf, schob es durch eine Leitplanke und drehte es einmal um die eigene Achse.

Der vordere Puffer an der Lokomotive bohrte sich durch die Beifahrertüre und riss sie aus der Verankerung. „Die Frau war sofort tot“, beschreibt Polizeisprecher Markus Grommes den Unfallhergang. „Die Bergung der Frau gestaltete sich schwierig, da sie komplett im Auto eingeklemmt war.“

Der Fahrer und das Kind konnten aber von der Feuerwehr aus dem verbeulten Wagen befreit werden. Der 54-jährige Lokführer erlitt einen Schock und musste ebenfalls behandelt werden.

Wie es zu diesem schweren Unfall kommen konnte, vermochte an der Unfallstelle niemand zu erklären. Die Bahn fährt auf dieser Strecke nur zwei bis drei Mal pro Tag. Sie verbindet das Lülsdorfer Chemie-Werk von Evonik Degussa mit dem Troisdorfer Werk. Vor jedem Bahnübergang läutet sie, um andere Verkehrsteilnehmer zu warnen. Die Polizei hat Gutachter hinzugezogen, um den Unfallhergang zu rekonstruieren.

Zwei Notärzte, drei Rettungswagen und fast 30 Kräfte der Feuerwehr waren an der Unfallstelle im Einsatz. Vorsichtshalber wurden auch Kräfte der Werksfeuerwehr Evonik aus Lülsdorf alarmiert, weil der Zug in einem der Waggons Chlor geladen hatte.

Die Mondorfer Straße war für mehr als drei Stunden voll gesperrt. Der Verkehr wurde weiträumig umgeleitet.



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