Von Ralf Rohrmoser-von Glasow, 06.12.09, 15:57h, aktualisiert 19.01.10, 08:41h
Der erste Streifenwagen der Polizei war da schon eingetroffen. Die Beamten hatten Explosionen gehört, vermutlich waren es die Gasflaschen, die ihren Inhalt in Stichflammen abbliesen, und die Dachpfannen, die in der Hitze zerbarsten. Funken wurden durch den Wind zu den Häusern der Senioreneinrichtung geweht. Die Sorge, dass das Feuer übergreifen könnte, erwies sich zum Glück als unberechtigt. Es bestand keine Gefahr für die Bewohner. Nur wenige wurden überhaupt wach, die meisten bekamen von dem spektakulären Geschehen gar nichts mit.
Der Einsatzleiter, Stadtbrandinspektor Georg Burmann, sorgte zunächst dafür, dass der Brand sich nicht auf den L-förmig angebauten zweiten Flügel ausdehnte. Zwar schlugen auch hier die Flammen aus dem Dach, doch konnte durch den schnellen Einsatz und Dank der Brandmauern eine weitere Ausbreitung verhindert werden. Der andere Trakt brannte vollständig nieder, der Giebel zur Sieg hin stürzte gar ein. Die großen Holzleimbinder blieben stehen, die Seitenwände indes krachten im sprühenden Funkenregen ineinander. Vor der Flammenwand zeichnete sich die Metallkarosserie des Traktors ab.
„Da verbrennen 30 Jahre meiner Arbeit für diesen Verein“: Auch der Präsident der Funken, Ferdi Büchel, war geschockt. Zwei Standarten und ein Schild - sie waren bei der Weihnachtsfeier am Samstag aufgehängt worden - sind die einzigen Relikte, die übrig geblieben sind. Noch wissen die Karnevalisten nicht, wie sie ihre Sitzungen in der kommenden Session dekorieren sollen. „Wir brauchen jetzt jede Unterstützung“, so Büchel.
Denn versichert waren die Sachen nicht, mehrere tausend Euro hätte das jährlich gekostet. „Hinterher ist man immer schlauer“; der Präsident blieb gelassen. Lediglich der Prunkwagen des Wolsdorfer Kinderprinzenpaares konnte gerettet werden. Positiv sah aber auch Büchel, trotz aller Trauer um das Vereinsvermögen: Kein Mensch kam zu Schaden.
Für die Feuerwehrleute war es nicht der erste Einsatz in dieser Nacht. Zuvor schon hatten sie an vier Einsatzstellen Container und Mülltonnen löschen müssen. Offensichtlich ist ein „Feuerteufel“ unterwegs, der schon seit Wochen zündelt. Ob er auch für das Großfeuer mit einem geschätzten Schaden von rund 300 000 Euro verantwortlich ist, steht noch nicht fest. Die Brandermittler müssen erst die Ursachen erforschen. Gleichwohl leitete die Polizei eine Fahndung nach Brandstiftern ein. Der Brandort wurde beschlagnahmt. Hinweise erbittet die Polizei unter 02241 / 541-31 21.
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