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Gesamtschule

Kooperation statt weiterer Konflikte

Von Ralf Johnen, 09.11.09, 18:23h

Nach dem Bürgerentscheid geht es jetzt in Sankt Augustin darum, eine gut funktionierende Gesamtschule aufzubauen. Die Initiative, die sich gegen den Bau wandte, will weiterkämpfen.

Bürgerentscheid
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Beim Bürgerentscheid hat sich die Gruppe, die eine Gesamtschule befürwortet, durchgesetzt. (Bild: Ralf Johnen)
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Beim Bürgerentscheid hat sich die Gruppe, die eine Gesamtschule befürwortet, durchgesetzt. (Bild: Ralf Johnen)
Sankt Augustin - Die Haupt- und Realschulen in Menden sollten fortan auf Kooperation setzen, anstatt weiter den Konflikt zu suchen. Mit dieser Empfehlung kommentiert Martin Metz, Fraktionschef der Grünen, das Scheitern des Bürgerentscheids zum Erhalt der jetzigen Schulform.

Auch CDU-Chef Georg Schell spricht sich für die zügige Umwandlung zur Gesamtschule aus - vorausgesetzte, dass im Januar mindestens 112 Anmeldungen für diese Schulform eingehen. Gleichwohl bringt er Anerkennung für „das Engagement und die Initiative der Eltern, Schüler und Lehrer“ zum Ausdruck. In einer Demokratie sei es wichtig, dass die Menschen ihre Belange engagiert vortragen und sich - an die Spielregeln haltend - für ihr Anliegen einsetzen und für ihre Position werben.

Schell betont er, dass die vom Rat getroffene Entscheidung sich nicht gegen die bestehenden Schulen wende. Vielmehr werde damit bei einer Elternbefragung ermittelte Bürgerwille berücksichtigt. Nun komme es darauf, unter Mithilfe aller Beteiligten eine gut funktionierende, vierzügige Gesamtschule aufzubauen.

Die SPD feiert die bevorstehende Umwandlung der Schulform als ihren Sieg: „Der mehr als 20 Jahre dauernde Einsatz für eine Gesamtschule war erfolgreich.“ Beifall kommt auch von der Linken. So erklärt die Kreisgeschäftsführerin Monika Dahl: „Die Menschen wollen eine Erweiterung der Schullandschaft und es gibt eben keine Mehrheiten mehr für das dreigliedrige Schulsystem.“ Gleichzeitig bringt sie die Befürchtung zum Ausdruck, dass der vorhandene Platz nicht ausreichen werde.

Kaum Chancen

Die Bürgerinitiative zum Erhalt der Haupt- und Realschule kündigt in Person ihres Sprechers Andreas Gosemann an, weiterhin für ihr Anliegen zu kämpfen. Einer Klage, die mehrere Eltern vor dem Verwaltungsgericht Köln angestrengt haben, räumen Kenner jedoch kaum Chancen ein.

Der „Verein für Mehr Demokratie“, eine bundesweit agierende Initiative für mehr Bürgermitsprache, drückt derweil sein Bedauern über das Votum aus. Landes-Geschäftsführer Alexander Slonka kritisierte denn auch die Festsetzung des für einen Erfolg erforderlichen Quorums auf 20 Prozent. „Wenn man das knappe Abstimmungsergebnis betrachtet, hätte der Bürgerentscheid ohne Quorum auch anders ausgehen können.“ Tatsächlich hatten sich 54,7 Prozent der Wähler für den Erhalt der bestehenden Schulen ausgesprochen. Gleichzeitig aber wurden nur 4572 der erforderlichen 8900 Stimmen erreicht.

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