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Germania Windeck

Absage an Fusion mit Viktoria Köln

Von Marc Grospitz, 05.11.09, 17:52h

Heinz Georg Willmeroth wartet ganz enspannt die Windecker Entwicklung ab. Das Team von Trainer Michael Boris trifft im Spitzenspiel der Fußball-NRW-Liga auf den SC Wiedenbrück.

Heinz Georg Willmeroth
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Heinz Georg Willmeroth. (Bild: Magro/Schöning)
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Heinz Georg Willmeroth. (Bild: Magro/Schöning)
Windeck - Mehr geht nicht. Am Sonntag reist der TSV Germania Windeck in der NRW-Liga zum ultimativen Spitzenspiel. Der neue Tabellenführer muss beim SC Wiedenbrück antreten, den er erst am letzetn Spieltag vom „Platz an der Sonne“ verdrängen konnte. Und der Tabellenzweite möchte natürlich zurückschlagen und sich die Spitze zurückerobern. Es könnte ein munteres Spielchen werden, denn abgesehen von der Brisanz, die die Tabellensituation birgt, können beide Kontrahenten ohne Zwänge aufspielen. Genau wie die Germania ist auch Aufsteiger Wiedenbrück mehr als im Soll. Beide Teams hatten sich zwar im Vorfeld der Saison auf die Fahne geschrieben, oben in der Spitzengruppe ein Wörtchen mitreden zu wollen, doch das es so blendend laufen würde, hatte niemand erwartet. Das Spitzenduo dominiert die Liga derzeit, hat sich schon einen beruhigenden Vorsprung vor den Verfolgern erarbeitet. Sollte es am Sonntag einen Verlierer im Topduell geben, muss sich dieser keine Sorgen machen: Platz zwei ist im ihm mit Vorsprung immer noch sicher. Wenn überhaupt, hat vielleicht die Germania einen leichten psychologischen Vorteil. Vor eigenem Publikum steht Wiedenbrück ein wenig mehr unter Druck, und mit einem Sieg könnte sich das Team von Trainer Michael Boris sogar schon komfortabel vom Tabellenzweiten absetzen. Das wäre dann sicherlich auch langsam, aber sicher der Zeitpunkt, an dem bei der Germania neue Denkprozesse einsetzen könnten.

Darf man Germania-Präsident Heinz Georg Willmeroth Glauben schenken, dann hat er sich noch nicht sonderlich intensiv mit einem möglichen Aufstiegsszenario auseinandergesetzt. „Die Saison ist noch jung. Wir genießen derzeit unsere Erfolgsserie. Und ich muss der Mannschaft ein großes Kompliment machen. Die Konstanz, mit der sie auftritt, ist schon beeindrukend.“ Aber dann gesteht er doch ein, dass ihm mit dem Blick auf die Tabelle „ein wenig schummrig wird. Ich weiß nicht, wo das hinführen soll.“

Nicht, dass sich der Germania-Chef gegen einen eventuellen Aufstieg wehren würde, doch der Verein könnte dann erst einmal vor großen Problemen stehen. Schon die Auflagen für die NRW-Liga stellten für die Germania einen Kraftakt da. Der Auflagen-Katalog für einen Regionalligisten scheint derzeit nahezu unerfüllbar. Allein die Vorgabe, ein Stadion für 5000 Zuschauer (inklusive einer Sitzplatztribüne für 1000 Besucher) vorweisen zu können, ist im Windecker Ländchen derzeit utopisch.

„Und ich frage mich auch ernsthaft wofür. Ein Blick auf die jetzige Regionalliga zeigt doch, dass da nur sehr wenige Begegnungen in Frage kämen, für die ein solches Fassungsvermögen nur ansatzweise benötigt würde.“ Doch wie gesagt, so wirklich hat sich Willmeroth dieser Problematik noch nicht gestellt. „Wir warten jetzt mal bis zur Winterpause ab. Stehen wir immer noch da oben, werden wir uns zusammensetzen müssen. Denn es kommen ja dann zeitnah die Lizenzverfahren, und wir müssen nach Lösungen suchen.“ Wichtig wäre dann sicherlich, ob der Deutsche Fußball-Bund Übergangsfristen einräumt. „Der DFB soll sich die Gegebenheiten bei uns anschauen. Ich meine, die meisten Spiele könnte man bei uns austragen und so genannte Problemspiele weiterhin nach Höhenberg zu Viktoria Köln verlegen.“

Die Kooperation mit den Domstädtern läuft zumindest gut. Das erste Spiel in Höhenberg gegen Fortuna Köln verlief problemlos, und kurz vor Weihnachten steht gegen die Sportfreunde Siegen der nächste Auftritt der Germania in Köln an. Den, auf dieser Zusammenarbeit basierenden, Gerüchten einer möglichen Fusion beider Klubs erteilte Willmeroth aber eine Absage. „Mit mir sicherlich nicht. Wir können als Windecker nicht dauerhaft in Köln spielen. Das machen die Fans nicht mit. Da würde jegliche Identifikation verloren gehen.“ Der Gastgeber am Sonntag hat im Aufstiegsfall da sicherlich weniger Probleme. Zumindest entspricht das recht neu renovierte „Jahnstadion“ schon fast den Regionalliga-Anforderungen. Ausverkauft wird das Stadion dennoch nicht sein, aber rund 2000 Zuschauer könnten es werden und das wäre ein würdiger Rahmen. Entsprechend hegt Germania-Coach Michael Boris freudige Erwartung vor der Partie: „Das Spiel wollen viele sehen, und wir wollen beweisen, dass wir zurecht da oben stehen.“

Dabei kann er personell weiterhin vermelden: alles an Bord. Selbst Dauerpatient Eugen Tschumakow ist wieder im Training. Zwar ist an einen Einsatz des Abwehrrecken noch lange nicht zu denken, doch seine Rückkehr trägt natürlich zur guten Stimmung bei. „Keine Frage, nach dieser Leidensgeschichte freuen sich alle für ihn“, bestätigt Boris noch einmal, dass bei der Germania derzeit alles rund läuft. Da würde ein Sieg im Spitzenspiel genau ins Bild passen und auch Vereinschef Willmeroth könnte wohl damit leben, dass er sich früher als erwartet gedanklich mit neuen Herausforderungen auseinander setzen müsste.



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