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Burgmarkt

Turmuhr schlägt wieder

Von Stephan Propach, 05.10.09, 17:59h, aktualisiert 06.10.09, 10:29h

Pünktlich zum Burgfest hat Jochen-Helmut Bosen das Uhrwerk des Siegtaldoms repariert. Handwerker und Händler zeigten zahlreiche weitere Attraktionen und verrieten unerwartete Tricks.

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Viele duftende und gut schmeckende Erzeugnisse aus der Natur gab's im Museumsdorf Altwindeck. BILD: ST. PROPACH
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Viele duftende und gut schmeckende Erzeugnisse aus der Natur gab's im Museumsdorf Altwindeck. BILD: ST. PROPACH
Windeck - Ihr Glockenschlag gab knapp 65 Jahre im Siegtal rund um Dattenfeld die Zeit an, dann blieb sie über 50 Jahre still, stand in einer Ecke. Seit dem Wochenende ist die Turmuhr des Siegtaldoms zu neuem Leben erwacht. Im Altwindecker Museum tickt das 123 Jahre alte Uhrwerk wie geschmiert, und jede Viertelstunde wird der Klöppel in Bewegung gesetzt. Um die Uhr einen ganzen Tag lang in Schwung zu halten, fehlten 20 Meter Seil und ein Turm, erklärt Jochen-Helmut Bosen. Uhren sind das große Hobby des 22-jährigen Nümbrechters. Wenn er die Dattenfelder Uhr aufzieht, läuft sie dank Umlenkrollen jetzt vier Stunden. Demnächst will er noch ein Zifferblatt und Zeiger anbauen.

Am Samstag schlug die Uhr von Sankt Laurentius elf Mal, als Bürgermeister Jürgen Funke den Markt eröffnete. Er hatte einige Überraschungen für Dieter Steinhauf parat. Der hat den Förderverein für das Museumsdorf Altwindeck seit der Gründung 1987 bis zum vergangenen Sommer als Vorsitzender geführt und sich die Dankesworte und Geschenke Funkes redlich verdient.

Viele dienstbare Geister boten rund um den Museumsgarten zahlreiche Attraktionen. Da wurde Apfelsaft mit Muskelkraft gepresst, dass die Holzwürmer in der Presse nur so jaulten. Ein Stückchen weiter gab's Salat, Plätzchen und Brot aus der guten Kartoffel. Die Dorfgemeinschaft Obernau bot ihre Rezeptbücher zum Nachbacken und Kochen an.

Während der 20 Jahre alte Esel Fridolin das Rad der Göpelmühle in Gang setzte, verriet Heimatforscher Herbert Nickel, dass nicht nur die treuen Grautiere, Ochsen oder Pferde in früheren Zeiten die Landwirte unterstützten. So hätten eigens abgerichtete Hunde, gelockt von einem Stück Wurst in Laufrädern große Butterstampfer in Bewegung gehalten.

Auf die Kraft eines tuckernden Dieselmotors griffen neben der Röcklinger Fachwerkscheune die Museumsfreunde beim Strohdreschen zurück. Und in der Scheune selbst hatte Nico Dedenbach den Riemen auf einen Elektromotor geworfen. In der Schreinerwerkstatt zeigte er, wie vor weit über 100 Jahren - damals noch wasserbetriebene - Maschinen die Schreinerwerkstätten eroberten. In Gang gesetzt hatten die Windecker auch ihr Sägewerk, eine der neuesten alten Errungenschaften des Dorfes.

Neben alter Handwerkskunst hatte der Förderverein auch eine breite Palette mit Produkten aus allen Winkeln der Natur zu bieten. Köstlich riechende Seifen und Öle, Säfte, Kerzen, Tees, Schals und Handschuhe für die kalte Jahreszeit waren nur ein Teil des Angebotes. Hans-Joachim Baumgart zeigte, wie im Westerwald nach alter Überlieferung aus Leinsamen-Pflanzen mit Reffeln, Brechen, Schwingen, Hecheln, Haspeln und Spinnen am Ende die Leinwand fürs Leinenhemd gewonnen wird.

Ganz besonderen Spaß hatten die jüngsten Besucher, die sich Stockbrot backen durften, während die Eltern ihren Hunger auf der Fressmeile stillten.

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 www.heimatmuseum-windeck.de



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