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Projekt Silberhardt

Architektin wehrt sich gegen Vorwürfe

Von Stephan Propach, 04.10.09, 17:07h

Bürgermeister Funke wusste frühzeitig von der Kostensteigerung, sagt Anne-Doris Fluck, Architektin des Informationszentrums der Grube Silberhardt. Der bestreitet das jedoch.

Fluck
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Anne-Doris Fluck hat die Kosten für den Neubau berechnet.
Fluck
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Anne-Doris Fluck hat die Kosten für den Neubau berechnet.
Windeck / Köln - Im Rosbacher Rathaus soll schon seit Anfang Juli bekannt gewesen sein, dass der Umbau des Sportheimes in Öttershagen zum Besucher- und Informationszentrum der Grube Silberhardt teurer würde als vorgesehen. Das berichtet die Kölner Architektin Anne-Doris Fluck im Gespräch mit dem „Rhein-Sieg-Anzeiger“. Die Aufregung im Gemeinderat Ende August über angeblich von ihr nicht eingerechnete Mehrwertsteuer kann sie daher nicht nachvollziehen. Auch Bürgermeister Jürgen Funke sei frühzeitig darüber informiert gewesen, dass die Baukosten rund 330 000 Euro betragen würden. Auch dass etwa 90 000 Euro an Honoraren hinzu kämen, habe sie ihm gesagt. Die Gemeinde hatte 385 000 Euro veranschlagt.

Die Umgestaltung des ehemaligen Sportlerheimes ist bereits seit Jahren ein Thema. Fördergelder liegen schon lange bereit. Den Auftrag, ein konkretes Konzept zu entwickeln und im Rahmen eines Umbaus umzusetzen, bekam die Kölner Architektin im Mai dieses Jahres. Zuvor hat sie unter anderem in Bad Homburg, Mainz Kastell, für verschiedene Bonner Ausstellungen und nicht zuletzt für die historische Dauerausstellung des Kölner Karnevalsmuseums sowohl das Konzept erarbeitet und geplant als auch die künstlerische Leitung inne gehabt.

Der Entwurf für die Grube Silberhardt habe am 7. Juli im Windecker Rathaus einhellige Zustimmung geerntet, erinnert sich Fluck. Dass Umbau und Ausstellung 330 000 Euro kosten würden, bekam die Gemeinde damals schriftlich. „Außerdem haben wir mitgeteilt, dass noch 70 000 Euro an Honoraren zum Beispiel für Architekten, Statiker, Grafiker und Mediengestalter hinzu kämen“, sagt Fluck. Zusammen mit der Mehrwertsteuer waren das fast 420 000 Euro. „Uns wurde gesagt, das müsse noch mal mit dem Kämmerer durchgesprochen werden“, erklärt die Planerin.

Zwischen allen Stühlen

Erst als sie im Gemeinderat, fast zwei Monate später, während ihrer Präsentation auf die Beschlussvorlage schaute, entdeckte Fluck, dass plötzlich nur noch von insgesamt rund 330 000 Euro Kosten die Rede war - Baukosten und Mehrwertsteuer. Von Honoraren und Nebenkosten war dort nichts erwähnt. Dass sie im Laufe der Diskussion dann plötzlich zwischen allen Stühlen saß, empfindet Fluck als zumindest „unfair“. Außerdem sieht sie ihren Ruf in Gefahr. Schließlich gehöre zum professionellen Selbstverständnis ihres Büros, alle Kosten im Vorhinein zu benennen und nicht während der Bauphase draufzusatteln. Wenn dann nicht alles an den Rat weitergegeben werde, sei dafür eindeutig die Verwaltung verantwortlich.

Von Bürgermeister Jürgen Funke erwartet die Kölner Planerin nun eine Klarstellung. Schließlich hätte er schon in der Ratssitzung wissen müssen, wo der Fehler lag.

Das allerdings sieht Funke völlig anders. Von den zusätzlichen Honoraren habe er nichts gewusst, sagte er auf Anfrage. Er habe immer - auch gegenüber der Planerin - betont, dass 285 000 Euro die absolute Kosten-Obergrenze seien. Das sei ja nicht zuletzt ein Thema im Kommunal-Wahlkampf gewesen. „Da noch draufzusatteln wäre völliger Unsinn gewesen“, meint der Bürgermeister. Er will die Vowürfe Flucks nun innerhalb seiner Verwaltung klären.

Dass die Gemeinde Windeck derzeit über einen Neubau für die Grube Silberhardt nachdenkt, hat Fluck inzwischen erfahren. Ihr Konzept lasse sich in Neubaupläne nicht so einfach einarbeiten. Schließlich seien die Besonderheiten des umgebauten Sportlerheimes berücksichtigt worden.



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