Von Ingo Lang, 07.09.09, 17:33h
Ebenso wie der Ausschuss und nächste Woche der Rat wird sich der HKV eingehend mit der geplanten Sanierung befassen. Denn die Verwaltung hat an ihre Sanierungszusage Bedingungen geknüpft. So soll der Verein die nicht förderfähigen Kosten finanzieren, die Miete der Hausmeisterwohnung von mindestens 200 Euro pro Monat soll in die Stadtkasse fließen, der Verein soll die Bewirtschaftungskosten des Gebäudes komplett übernehmen, muss das Dorfgemeinschaftshaus auch anderen Vereinen des Breidter Rückens zur Verfügung stellen und muss die „Finanz- und Ausführungsverantwortung“ bei anstehenden „Anpassungsarbeiten“ übernehmen.
Zu Letzterem zählt der Abriss des „Saloons“, eines Holzunterstandes mit Theke an der Westseite des Gebäudes. Den zu entfernen fordert der Denkmalschutz, erläutert HKV-Vorsitzender Stefan Schmitz beim Ortstermin. Ebenso ein an die Fassade in der ersten Etage angedockter WC-Anbau an der Rückseite muss verschwinden. Das stößt dem Verein sauer auf. Trost bietet die Erkenntnis: Nur die Komplettsanierung, die sowohl das Energiesparen wird den Denkmalschutz einschließt, kann langfristig das Dorfgemeinschaftshaus erhalten. Der Reparaturbedarf ist inzwischen so gewaltig, dass allein schon die „kurzlebige Bausubstanzerhaltung“ für drei bis fünf Jahre 230 000 Euro verschlingen würde.
Da der Denkmalschutz keine Wärmedämmung auf der Fassade zulässt, müssen sämtliche Außenwände von innen gedämmt werden. Das kostet inklusive Putz knapp zehn Zentimeter an Raumtiefe. Die stromschluckenden Nachtspeicheröfen werden durchs Heizen mit einer Luftwärmepumpe ersetzt. Die elektrische Installation wird komplett erneuert, das Archiv auf den Speicher verlegt, der Brandschutz modernisiert. Neue Fenster werden eingebaut, die einerseits der Wärmeschutzverordnung und andererseits dem Denkmalschutz genügen.
Schmitz macht keinen Hehl daraus, dass die Sanierungspläne im Verein teilweise Protest auslösten. Gegen den Abriss des Saloons bildete sich Widerstand, der Verlust des überdachten Abstellplatzes für die Bauteile der Weihnachtsmarktbuden hinterm Haus macht ratlos: Wohin mit dem Zeug? Aber inzwischen, so Schmitz, habe sich die Erkenntnis durchgesetzt: Ohne Sanierung gibt es bald kein Dorfgemeinschaftshaus mehr. So wird sich nach der heutigen Bauausschusssitzung der KKV am Freitag zu einer Sondersitzung treffen, um den zukunftsweisenden Beschluss zu fassen, seinen Anteil an der Sanierung mitzutragen. Ist das geschehen, wird der Rat am Dienstag, 15. September, die Weichen Richtung Erhaltung des Gebäudes sichern. Für HKV-Vorsitzenden Schmitz ein Vorgehen ohne Alternative. „Die Schule hat's verdient!“ ist er überzeugt.
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