Schriftgröße

Karl-Schafhaus-Schule

Damit das Dorfhaus Zukunft hat

Von Ingo Lang, 07.09.09, 17:33h

Das Dorfgemeinschaftshaus in der ehemaligen Karl-Schafhaus-Schule in Breidt soll saniert werden. Das Projekt „Alte Schule“ kostet mehr als eine halbe Million Euro, wovon das Land 174 000 Euro zuschießt.

Denkmalschule Breidt
Bild vergrößern
Die alte Schule in Lohmar-Breidt wird seit 1972 als Dorfgemeinschaftshaus genutzt. (Bild: privat)
Denkmalschule Breidt
Bild verkleinern
Die alte Schule in Lohmar-Breidt wird seit 1972 als Dorfgemeinschaftshaus genutzt. (Bild: privat)
Lohmar - Der Altbau ist 162 Jahre alt, der Neubau 110 Jahre. Bis 1965 diente sie ihrem Zweck als Dorfschule, seit 1967 hat sie der Heimat- und Kulturverein (HKV) gepachtet. Die Rede ist von der Karl-Schafhaus-Schule in Breidt, die für geschätzte 561 400 Euro saniert werden soll. Heute befasst sich der Bauausschuss mit dem Thema und wird vermutlich dem Projekt zustimmen, für das es knapp 174 000 Euro Landesförderung gibt. Nach dem Bau beziehungsweise der Modernisierung der Feuerwehrhäuser Lohmar und Wahlscheid sei die Sanierung der denkmalgeschützten ehemaligen Breidter Volksschule wahrscheinlich das letzte größere Bauvorhaben, das die Stadt sich in nächster Zeit leisten könne, meint Beigeordneter Stefan Hanraths im Vorfeld.

Ebenso wie der Ausschuss und nächste Woche der Rat wird sich der HKV eingehend mit der geplanten Sanierung befassen. Denn die Verwaltung hat an ihre Sanierungszusage Bedingungen geknüpft. So soll der Verein die nicht förderfähigen Kosten finanzieren, die Miete der Hausmeisterwohnung von mindestens 200 Euro pro Monat soll in die Stadtkasse fließen, der Verein soll die Bewirtschaftungskosten des Gebäudes komplett übernehmen, muss das Dorfgemeinschaftshaus auch anderen Vereinen des Breidter Rückens zur Verfügung stellen und muss die „Finanz- und Ausführungsverantwortung“ bei anstehenden „Anpassungsarbeiten“ übernehmen.

Zu Letzterem zählt der Abriss des „Saloons“, eines Holzunterstandes mit Theke an der Westseite des Gebäudes. Den zu entfernen fordert der Denkmalschutz, erläutert HKV-Vorsitzender Stefan Schmitz beim Ortstermin. Ebenso ein an die Fassade in der ersten Etage angedockter WC-Anbau an der Rückseite muss verschwinden. Das stößt dem Verein sauer auf. Trost bietet die Erkenntnis: Nur die Komplettsanierung, die sowohl das Energiesparen wird den Denkmalschutz einschließt, kann langfristig das Dorfgemeinschaftshaus erhalten. Der Reparaturbedarf ist inzwischen so gewaltig, dass allein schon die „kurzlebige Bausubstanzerhaltung“ für drei bis fünf Jahre 230 000 Euro verschlingen würde.

Da der Denkmalschutz keine Wärmedämmung auf der Fassade zulässt, müssen sämtliche Außenwände von innen gedämmt werden. Das kostet inklusive Putz knapp zehn Zentimeter an Raumtiefe. Die stromschluckenden Nachtspeicheröfen werden durchs Heizen mit einer Luftwärmepumpe ersetzt. Die elektrische Installation wird komplett erneuert, das Archiv auf den Speicher verlegt, der Brandschutz modernisiert. Neue Fenster werden eingebaut, die einerseits der Wärmeschutzverordnung und andererseits dem Denkmalschutz genügen.

Schmitz macht keinen Hehl daraus, dass die Sanierungspläne im Verein teilweise Protest auslösten. Gegen den Abriss des Saloons bildete sich Widerstand, der Verlust des überdachten Abstellplatzes für die Bauteile der Weihnachtsmarktbuden hinterm Haus macht ratlos: Wohin mit dem Zeug? Aber inzwischen, so Schmitz, habe sich die Erkenntnis durchgesetzt: Ohne Sanierung gibt es bald kein Dorfgemeinschaftshaus mehr. So wird sich nach der heutigen Bauausschusssitzung der KKV am Freitag zu einer Sondersitzung treffen, um den zukunftsweisenden Beschluss zu fassen, seinen Anteil an der Sanierung mitzutragen. Ist das geschehen, wird der Rat am Dienstag, 15. September, die Weichen Richtung Erhaltung des Gebäudes sichern. Für HKV-Vorsitzenden Schmitz ein Vorgehen ohne Alternative. „Die Schule hat's verdient!“ ist er überzeugt.



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Orte des Geschehens

große Karte

Anzeige


Umfrage

Lärm aus dem Karnevalszelt
Eine Anliegerin des Frouardplatzes In Lohmar versucht, das Festzelt der Karnevalsgesellschaft "Ahl Jecke" verbieten zu lassen. Das Feiern bis spät in die Nacht sei zu laut. Was halten Sie davon?

Termine


Das lesen Sie in der Printausgabe 11.2.


Bildergalerie


Radarkontrollen


Bürgerantrag

ksta.tv


Karneval in Rhein-Sieg Session 2011/2012


Special


Ärzte & Apotheken


Vögel in der Region


Soundcheck


Jahresrückblick


rhein-sieg-anzeiger.de auf Facebook

rhein-sieg-anzeiger.de auf Facebook

Tierheim Troisdorf


Rhein-Sieg Links


Extra


Service


WAS.WANN.WO.


Extra


KSTA-Service


Top-Links (Anzeige)


Dienste