Schriftgröße

Nichts zu beanstanden

Tierheim rechnet fest mit Pleite

Von Ingrid Bäumer, 12.08.09, 17:26h, aktualisiert 13.08.09, 15:08h

Das Tierheim ist vom Kreisveterinär inspiziert worden. Grund für die Kontrolle war, dass die Stifter den Zustand des Schildkröten-Geheges gerügt hatten. Unterdessen platzt das Heim aus allen Nähten.

Bild vergrößern
Veterinär von den Driesch untersucht Schildkröten und Gehege; rechts die Vizevorsitzende des Tierschutzvereins, Ulla Fiebig. BILD: BÄU
Bild verkleinern
Veterinär von den Driesch untersucht Schildkröten und Gehege; rechts die Vizevorsitzende des Tierschutzvereins, Ulla Fiebig. BILD: BÄU
Troisdorf - „Die machen einen guten Eindruck“, stellt der Kreisveterinär Hanns von den Driesch fest, nachdem er die drei Landschildkröten in dem neuen Gehege des Tierschutzvereins gründlich in Augenschein genommen hat. Er untersucht auch das holzumzäunte Gelände, erkundigt sich, wann und wie die Tiere gefüttert werden - und hat daran nichts auszusetzen, „jedenfalls am jetzigen Zustand des Geheges“. Der Vorsitzende des Tierschutzvereins, Marc Albrot, hatte den Leiter der Tierschutz-Aufsicht zur Inspektion eingeladen - Grund: ein gepfefferter Beschwerdebrief. Im Mai hatte ein anonymes Ehepaar aus Sankt Augustin das Gehege im Wert von 1000 Euro gestiftet.

Als das Paar am 11. Juli aus einem Urlaub zurückkam, habe man die Schenkung „total verwildert und versifft“ vorgefunden. Die Stifter kritisierten weiter, dass es kein Fressen für die Tiere gegeben habe, auch „keine Fressreste“. Pflanzen seien von Unkraut zugewuchert gewesen.

Marc Albrot und seine Stellvertreterin Ulla Fiebig weisen die Vorwürfe zurück. „Die Tiere werden zweimal am Tag mit frischem Obst und Gemüse gefüttert. Zwei Stunden nach der Fütterung entfernen wir die Essensreste“, erklärt Albrot. „Wir wollen schließlich keine Ratten in das offene Gehege locken.“ Vielleicht hätten die Stifter deshalb gedacht, es gebe für die Schildkröten kein Futter. „Wenn sie Hunger haben, können sie übrigens auch das Heu in den Hütten fressen.“

Damit nicht genug des Ärgers: Nach Angaben des Vereins platzt das Heim aus allen Nähten. Etwa 250 Katzen, 83 Katzenwelpen, 100 Hunde und etwa 700 Kleintiere beherbergt die Anlage aus den 1950er Jahren. Und es werden immer mehr, so Albrot.

Der Verein könne die Kosten nicht mehr tragen, weil die 17 angeschlossenen Städte und Gemeinden jährlich nur 350 000 Euro zahlen. Dem stehen Ausgaben von 700 000 Euro gegenüber. Zwei Erbschaften, zusammen eine halbe Million Euro, hätten den Betrieb in den letzten Jahren gesichert. Doch sie sind im März 2010 verbraucht, dann drohe die Pleite. Dabei müsse das Heim saniert und erweitert werden - geschätzte Kosten: 1,5 Millionen Euro.



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Orte des Geschehens

große Karte

Anzeige


Serie


SERIE


Bildergalerie


Forum


Top-Links

Anzeige


WAS.WANN.WO.


KSTA-TV


Soundcheck


Serie


Special


Mein ksta.de


Special


Rhein-Sieg-Kreis


Termine im Kreis


Vögel in der Region


Karneval im Kreis


Mit spitzer Feder


Extra


Rhein-Sieg Links


KSTA-Service


Service


Notdienste


Stadtmenschen Community


Dienste