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Betreutes Wohnen

Haus für Menschen mit offenem Rücken

Von Ingrid Bäumer, 14.04.09, 16:52h

Die „Arbeitsgemeinschaft Spina Bifida“ möchte in Lülsdorf Menschen mit Handicap das eigenständige Wohnen ermöglichen. Der neubau für betreutes Wohnen am Ludwigsplatz könnte in gut einem Jahr fertig gestellt sein. Genügend Interessenten gibt es schon jetzt.

Niederkassel - Ein Investor ist da, ein Architekt ebenso und ein Finanzplan ist auch schon aufgestellt worden: In gut einem Jahr könnte das Haus für betreutes Wohnen in Lülsdorf stehen. „Das ist allerdings eine sehr optimistische Schätzung“, räumt Walter Bass, Vorsitzender der Landes-Arbeitsgemeinschaft „Spina Bifida“, unterdessen ein. Als Investor tritt die Lindhorst-Gruppe auf, ein Immobilienunternehmen mit Sitz in Winsen an der Aller, das bisher vornehmlich in Niedersachsen aktiv war. Architekt ist der dort beschäftigte Peter Teuber.

Das barrierefreie Haus am Ludwigsplatz soll mindestens vier Stockwerke haben - auf jeder Etage eine Wohngruppe. Im Erdgeschoss und ersten Stock sollen zwei Wohngruppen mit je sechs Einzelzimmern entstehen, die dritte und vierte Etage soll bis zu 16 Plätze in barrierefreien Senioren-Mietwohnungen enthalten. Eventuell kommen in die fünfte Etage noch zwei Penthouse-Wohnungen, die zum Kauf angeboten werden. Planzeichnungen gibt es noch nicht, aber bis zu den Sommerferien soll der Bauantrag gestellt werden. Die Stadt Niederkassel habe das Grundstück bereits zugesagt.

Um Mittel aus der Wohnungsbau-Förderung des Rhein-Sieg-Kreises in Anspruch nehmen zu können, müsse die Verwaltung nun noch den entsprechenden Bedarf an diesen Wohnplätzen feststellen. „Das dürfte nicht schwerfallen“, sagt Bass. Vor allem junge Erwachsene mit „Spina bifida“, dem so genannten „offenen Rücken“, wünschten sich ein eigenständiges Leben mit pflegerischen Umfeld. Für die geplanten zwölf Plätze für Behinderte gebe es schon jetzt genügend Interessenten, sagt Bass. „Man könnte sagen, dass dieses Konzept einen Modellcharakter aufweist.“ Querschnittgelähmte Menschen würden in einer eigenen Wohnung an Selbstvertrauen und Autonomie gewinnen.

Spina bifida ist eine angeborene Krankheit: Die Betroffenen sind oft querschnittsgelähmt; auch ihre geistige und motorische Entwicklung ist häufig beeinträchtigt, weil sich Hirnwasser ansammelt und dadurch Hirnzellen absterben können. „Menschen mit Spina bifida sind durchweg ansprechbar, können sich artikulieren und selbst darstellen“, erklärt Walter Bass. Es gebe sie überall: als Akademiker, auf dem Ersten Arbeitsmarkt und in Behindertenwerkstätten.

Weitere Informationsabende der Arbeitsgemeinschaft Spina Bifida gibt es am Mittwoch, 13. Mai, und am Dienstag, 16. Juni, jeweils ab 19 Uhr, im Therapiezentrum Bonn-Beuel, Siegburger Straße 311. Anmeldungen sind erbeten bis drei Tage vor der jeweiligen Veranstaltung per E-Mail:

info@tzbonn.de



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