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Auszeichnung

Leichenwagen als Schmuckstück

Von Stephan Propach, 21.01.09, 15:08h, aktualisiert 21.01.09, 17:07h

Zum ersten Mal hat das Land Nordrhein Westfalen am Dienstagabend die kulturelle Auszeichnung mit dem Titel "Der Dank" vergeben. Die Empfänger sind in Feierlaune.

Leichenkutsche
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Dieter Steinhauf, Vorsitzender der „Freunde und Förderer des Emil-Hundhausen-Heimatmuseums“, präsentiert die Leichenkutsche, die in einem Glasbau präsentiert werden soll. (Bild: Propach)
Leichenkutsche
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Dieter Steinhauf, Vorsitzender der „Freunde und Förderer des Emil-Hundhausen-Heimatmuseums“, präsentiert die Leichenkutsche, die in einem Glasbau präsentiert werden soll. (Bild: Propach)
Preisverleihung
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Bürgermeister Jürgen Funke (2. v. r.) feierte nach der Preisverleihung mit Jens Klein (v. r.), dem Vorsitzenden Dieter Steinhauf und Egon Isnardy. (Bild: Burgmer)
Preisverleihung
WINDECK/BONN - „Wir waren völlig überrascht.“ Dieter Steinhauf, Jens Klein und Egon Isnardy hatten in der Bonner Bundeskunsthalle in der ersten Reihe gesessen. Als ihr Verein der Freunde und Förderer des Emil Hundhausen Heimatmuseums in Altwindeck als Preisträger bekannt gegeben wurde, hielt es sie kaum auf den Plätzen. Mit ihnen jubelten weitere 27 Windecker, die mit an den Rhein gefahren waren. Als Ministerpräsident Jürgen Rüttgers dann - vom Fernsehen live übertragen - den Preis übergab, stand den drei Windeckern auf der Bühne die Freude ins Gesicht geschrieben.

„Das waren alles sehr gute Vereine“, lobte Klein am Mittwoch noch einmal die Mitbewerber um den Preis in der Kategorie „Erhalten“ aus Beckum und Lemgo. Und ein wenig tat den Windeckern schon Leid, dass die Weitgereisten fast leer ausgingen. Aber umso mehr freuten sie sich über die eigene Ehrung. Die wurde gleich nach dem offiziellen Festakt mit den übrigen Windeckern im Foyer der Bundeskunsthalle gefeiert. Dort präsentierten sich alle nominierten Vereine mit ihrer Arbeit. Zu Hause in Altwindeck ging's bis in die Nacht weiter. Der harte Kern des Vereins verabschiedete sich erst gegen Halbdrei bei Steinhaufs.

In jüngere Hände geben

Für Steinhauf ist der Ehrenamtspreis „seines“ Vereins der krönende Abschluss seiner mehr als 21 Jahre währenden Amtszeit als Vorsitzender. Seit der Gründung im Oktober 1987 steht er an der Spitze. In diesem Jahr will er die Leitung in jüngere Hände geben. „Aber nur die Organisation gebe ich ab. Mitarbeiten werde ich weiter“, verspricht Steinhauf. Zurzeit hat der Verein 220 Mitglieder, von denen die Meisten aus der Gemeinde Windeck kommen. Aber auch auswärtige Förderer, wie Kölner und Düsseldorfer gehören dazu.

Für das angefangene Jahr haben sich die Windecker eine Menge vorgenommen. Schon länger soll das alte Mühlrad im oberen Dorf reaktiviert werden. Das im vergangenen Jahr aufgebaute Sägewerk soll einen Lehmboden und einen Zwischenboden erhalten. „Das machen wir immer mal wieder zwischendurch, wenn jemand Zeit hat“, berichtet Steinhauf. Und offenbar hat gerade dieses Engagement die Juroren in Düsseldorf beeindruckt. „Wir haben uns da gar nicht beworben", erzählte der Vorsitzende am Mittwoch. Irgendwann wurde der Verein im vergangenen Spätsommer aufgefordert, sich vorzustellen. Der drehte einen Videofilm, stellte Bilder und Berichte zusammen. Und dann teilte die Düsseldorfer Staatskanzlei im Dezember mit, dass die Altwindecker mit zwei weiteren Bewerbern übrig geblieben waren. Seit Montag sind sie Sieger.

Nicht lange überlegt haben die Preisträger, was sie mit den 5000 Euro machen sollen, die sie bekommen haben. In einem ihrer Häuser steht seit einiger Zeit ein alter Leichenwagen. Der stammt zwar aus Frankreich, alte Bilder belegen aber, dass baugleiche Kutschen früher auch im Windecker Land unterwegs waren. Mit dem Preisgeld soll das Exponat jetzt in einem Glasbau präsentiert werden. _

Am kommenden Sonntag, 25. Januar, will der Verein der Freunde und Förderer des Altwindecker Heimatmuseums den Ehrenamtspreis bei einer Sonderöffnung des Museums ab 14 Uhr feiern.



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