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Buchprojekt

Erinnerung an jüdische Soldaten

Von Holger Klein, 19.11.08, 18:08h

Schüler des Anno-Gymnasiums beteiligen sich an einem Buch-Projekt über Juden und Militär in Deutschland. Zusammen mit dem Bund jüdischer Soldaten arbeiten sie dabei ein dunkles Kapitel auf.

Bildungsprojekt
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Die Schüler des Anno-Gymnasiums stellten das Bildungsprojekt "Juden und Militär in Deutschland" zusammen mit dem Bund jüdischer Soldaten im Kreishaus vor. (Bild: Klein)
Bildungsprojekt
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Die Schüler des Anno-Gymnasiums stellten das Bildungsprojekt "Juden und Militär in Deutschland" zusammen mit dem Bund jüdischer Soldaten im Kreishaus vor. (Bild: Klein)
Siegburg - Kaum eine Schule im Kreisgebiet beschäftigt sich derart intensiv mit der jüdischen Geschichte wie das Anno-Gymnasium an der Zeithstraße. Unter der Leitung der Schulpfarrerin Annette Hirzel sind in den vergangenen Jahren mehrere bemerkenswerte Projekte durchgeführt worden, die auch überregional für Aufsehen gesorgt haben. Am Dienstag stellten Schüler und Pfarrerin gemeinsam mit der Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“ im Kreishaus ein weiteres Bildungsprojekt vor. Die Gymnasiasten beteiligen sich an der Realisierung des Buches „Juden und Militär in Deutschland: Zwischen Integration, Assimilation, Ausgrenzung und Vernichtung“ des Bundes jüdischer Soldaten.

Die Anno-Schüler steuern für die Publikation einen Beitrag mit dem Titel „Der gescheiterte Versuch einer Symbiose - Landjuden an der Sieg am Beispiel der Familie Rochmann“ bei. Die Rochmanns waren eine in der Holzgasse wohnhafte Kaufmannsfamilie und gehörten zu den ersten Siegburger Juden, die von den Nationalsozialisten verschleppt und ermordet wurden. Noch heute erinnert ein „Stolperstein“ an ihr trauriges Schicksal. Die Schüler näherten sich jedoch nicht nur über die Familiengeschichte der Thematik (Tochter und Sohn Rochmann hatten eine enge Verbindung zu deutschen Soldaten), sondern auch über einen kunsthistorischen Ansatz. „Wir haben die Opferdenkmäler des Künstlers Benno Elkan und die Lithographie »Den Muettern der Zwoelftausend« als Beispiele für deutsch-jüdischen Patriotismus beleuchtet“, erzählt Schülerin Maike Weingarten (17).

Landrat Frithjof Kühn dankte den Schülern für ihr Engagement. Das Projekt sei ein gutes Beispiel dafür, wie aus der regionalen Auseinandersetzung mit der eigenen jüdischen Geschichte wichtige Impulse entstehen könnten. Kühn erinnerte daran, dass im Ersten Weltkrieg 85 000 Juden für Deutschland gekämpft haben. 12 000 von ihnen ließen auf den Schlachtfeldern ihr Leben. Die Nationalsozialisten verleugneten die Frontkämpfer und ermordeten sie in den Konzentrationslagern.



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