Von Holger Klein, 19.11.08, 18:08h
Die Anno-Schüler steuern für die Publikation einen Beitrag mit dem Titel „Der gescheiterte Versuch einer Symbiose - Landjuden an der Sieg am Beispiel der Familie Rochmann“ bei. Die Rochmanns waren eine in der Holzgasse wohnhafte Kaufmannsfamilie und gehörten zu den ersten Siegburger Juden, die von den Nationalsozialisten verschleppt und ermordet wurden. Noch heute erinnert ein „Stolperstein“ an ihr trauriges Schicksal. Die Schüler näherten sich jedoch nicht nur über die Familiengeschichte der Thematik (Tochter und Sohn Rochmann hatten eine enge Verbindung zu deutschen Soldaten), sondern auch über einen kunsthistorischen Ansatz. „Wir haben die Opferdenkmäler des Künstlers Benno Elkan und die Lithographie »Den Muettern der Zwoelftausend« als Beispiele für deutsch-jüdischen Patriotismus beleuchtet“, erzählt Schülerin Maike Weingarten (17).
Landrat Frithjof Kühn dankte den Schülern für ihr Engagement. Das Projekt sei ein gutes Beispiel dafür, wie aus der regionalen Auseinandersetzung mit der eigenen jüdischen Geschichte wichtige Impulse entstehen könnten. Kühn erinnerte daran, dass im Ersten Weltkrieg 85 000 Juden für Deutschland gekämpft haben. 12 000 von ihnen ließen auf den Schlachtfeldern ihr Leben. Die Nationalsozialisten verleugneten die Frontkämpfer und ermordeten sie in den Konzentrationslagern.
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