Von Klaus Winterberg, 16.11.08, 16:48h, aktualisiert 16.11.08, 17:58h
Die Musiker waren auf der Bühne drapiert, links ein Kammerorchester, im Hintergrund ein Bläserensemble und rechts eine Continuo-Gruppe: allesamt hochkarätig auf alten Instrumenten. Die Musiker wechselten Plätze und Instrumente und brachten so in den erzählerischen, etwas höfischen Charakter der Renaissancemusik originell fließende Bewegung. Weiß als Hauptfarbe für Kulissen und Kostüme erwies sich als idealer Hintergrund, von dem sich bunte Regieeinfälle plastisch abhoben. Mehr noch als die Musiker waren die Schauspieler-Sänger Meister im Rollentausch. Und auch das trug dazu bei, die Abgrenzungen in diesem phantastischen Spiel weiter verschwimmen zu lassen. Von den fünf Vokalsolisten, die ihre Rollen überzeugend ausfüllten und auch im Chorgesang einen ausgezeichneten Eindruck hinterließen, waren die Hauptdarsteller Erste unter Gleichen.
Mirko Guadagnini als Orpheus und Stephanie Krug als Eurydike bestätigten sich als geglückte Besetzungen: sein ausdrucksvoller, in allen Lagen angenehm timbrierter Tenor war ideal für Lamenti aller Art; ihr klarer, kräftiger Sopran mit einem Hauch von Vibrato gab ihren Rezitativen und Arien jene Spur von Zuversicht, die der Klage den Stachel nahm. Eine so dichte und homogene Spitzenleistung eines Ensembles wird wohl lange in Erinnerung bleiben. Großer Beifall.
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige
ksta.tv