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Oper „L'Orfeo“ im Forum

Orpheus mit bacchantischem Abgang

Von Klaus Winterberg, 16.11.08, 16:48h, aktualisiert 16.11.08, 17:58h

Eine faszinierende Version von Monteverdis Oper „L'Orféo“ erlebte ein kleines Publikum im Großen Saal des Forums: Das Ensemble „cosí facciamo“ setzte die Geschichte vom Sänger Orpheus meisterhaft in Szene.

Orpheus-Inszenierung im Forum
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Eine schlüssige, gekonnt gemachte Inszenierung von Monteverdis Oper "L'Orféo" bot sich dem Publikum im Forum. (Bild: Ralf Krieger)
Orpheus-Inszenierung im Forum
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Eine schlüssige, gekonnt gemachte Inszenierung von Monteverdis Oper "L'Orféo" bot sich dem Publikum im Forum. (Bild: Ralf Krieger)
Leverkusen - So also machen sie das - die Mitglieder von „cosi facciamo“, dieses jungen Ensembles, das sich zu der Neuen Generation zählt, die sich der Alten Musik widmet. Und sie machen das meisterhaft. Claudio Monteverdis „Mutter alle Opern“ haben sie zu deren 400. Geburtstag prächtig und reich geschmückt und ihre Zeitlosigkeit mit einer denkwürdigen Aufführung in Leverkusen bestätigt. Die Geschichte vom Sänger Orpheus und seiner geliebten Eurydike gewann unter den Händen aller Beteiligten die Züge einer traumhaften Allegorie: vom Künstlertum und dessen Scheitern. Hans Huyssen, Gründer und Leiter des Ensembles, Cellist, Dirigent und Komponist, legte dazu den Grundstein. Er verzichtete auf Orpheus' appollinisches Happy-End und bereitete ihm einen bacchantischen Abgang (auch musikalisch). Und er beschloss das Stück mit einer „Klage der Musik“, die er einem Monteverdischen Madrigalbuch entlehnte. Frevel am Original? Nein: eine schlüssige, gekonnt gemachte Orpheus-Alternative. Mit Inszenierung und Ausstattung wurde die unwirkliche Schwerelosigkeit des Spiels optisch bestätigt.

Die Musiker waren auf der Bühne drapiert, links ein Kammerorchester, im Hintergrund ein Bläserensemble und rechts eine Continuo-Gruppe: allesamt hochkarätig auf alten Instrumenten. Die Musiker wechselten Plätze und Instrumente und brachten so in den erzählerischen, etwas höfischen Charakter der Renaissancemusik originell fließende Bewegung. Weiß als Hauptfarbe für Kulissen und Kostüme erwies sich als idealer Hintergrund, von dem sich bunte Regieeinfälle plastisch abhoben. Mehr noch als die Musiker waren die Schauspieler-Sänger Meister im Rollentausch. Und auch das trug dazu bei, die Abgrenzungen in diesem phantastischen Spiel weiter verschwimmen zu lassen. Von den fünf Vokalsolisten, die ihre Rollen überzeugend ausfüllten und auch im Chorgesang einen ausgezeichneten Eindruck hinterließen, waren die Hauptdarsteller Erste unter Gleichen.

Mirko Guadagnini als Orpheus und Stephanie Krug als Eurydike bestätigten sich als geglückte Besetzungen: sein ausdrucksvoller, in allen Lagen angenehm timbrierter Tenor war ideal für Lamenti aller Art; ihr klarer, kräftiger Sopran mit einem Hauch von Vibrato gab ihren Rezitativen und Arien jene Spur von Zuversicht, die der Klage den Stachel nahm. Eine so dichte und homogene Spitzenleistung eines Ensembles wird wohl lange in Erinnerung bleiben. Großer Beifall.



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