Von Julia Hohenadel, 05.10.08, 17:34h
„Mehr als 16 Jahre bin ich an meiner ersten Geschichtensammlung gesessen“, erinnert sich Markus Walther mit einem Lächeln und stellt gleich klar: „Ich betrachte die Schreiberei nach wie vor als Hobby.“ Künftig soll es trotzdem schneller gehen: In Planung sind bereits ein zweiter Band der „Nachtgeschichten“, eine Weihnachtsanthologie und das Schreibprojekt eines Autorenzirkels.
Unerhörtes Glück
Mit der Vermarktung seines Erstlingswerkes hatte der gebürtige Kölner nahezu unerhörtes Glück, wie Buchhändlerin Ute Trapp bestätigt: Nach nur zwei gescheiterten Versuchen wurde Walther sein Manuskript bereits vom dritten Verlag abgenommen - eine Ausnahme in der Branche, suchen doch selbst begabte junge Autoren oft viele Jahre lang nach einem Verleger.
Im Gegensatz zu Markus Walther, der vor der ersten Lesung seines Lebens doch etwas unruhig ist, ist die Buchhändlerin Ute Trapp Premieren gewohnt. Sie will aufstrebenden Autoren aus der Region regelmäßig ein Forum bieten und lädt ein bis zwei Mal im Monat zu Lesungen ein. Den Kontakt zwischen der Lohmarerin und dem Rösrather stellte ironischerweise der Verlag her, der seinen Sitz in Wismar hat. Dennoch kann Walther am Ende seine „Nachtgeschichten“ in der Aggerstadt vorstellen.
Mehr als eine DIN-A4-Seite umfassen übrigens die wenigsten seiner Geschichten. Dennoch haben es die Erzählungen des Rösrather Jung-Autoren in sich: Egal, ob sich ein Protagonist am „Morgen danach“ nicht traut, die Frage aller Fragen zu stellen („Wie heißt Du eigentlich?“) oder ob ein begeisterter Hobbygärtner ein gespenstisch gut funktionierendes Grünwuchsmittel kauft („Gegen die Halme im Hausflur hatte er den Kampf schon aufgegeben.“) - Markus Walther hat nicht nur pfiffige Ideen, in seinem Debüt verpackt der 36 Jahre alte Werbetechniker seine Eingebungen auch in eine immer neue Atmosphäre: mal komödiantisch, mal nachdenklich, mal gruselig.
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