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Unwetter

Sturmbilanz: 92 Einsätze

Von Ralf Rohrmoser-von Glasow, 07.09.08, 18:10h

Eine umgeknickte Buche begrub ein Auto unter sich, der Fahrer wurde verletzt. Die „Böenwalze“ kam von der anderen Rheinseite herüber und knickte auf der Insel Grafenwerth zahlreiche dicke Bäume und starke Äste wie Streichhölzer um.

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Feuerwehrleute reinigen die Hauptstraße in Bad Honnef-Rhöndorf. Unter dem Baum war ein Auto begraben. Schildermasten knickte der Sturm um. BILDER: RVG
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Feuerwehrleute reinigen die Hauptstraße in Bad Honnef-Rhöndorf. Unter dem Baum war ein Auto begraben. Schildermasten knickte der Sturm um. BILDER: RVG
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Verkehrsschilder und Laternen wurden von Bäumen zertrümmert.
Rhein-Sieg - Eine Schneise der Verwüstung hinterließ das Unwetter von Freitagabend, 5. September. Die „Böenwalze“ kam von der anderen Rheinseite herüber und knickte auf der Insel Grafenwerth zahlreiche dicke Bäume und starke Äste wie Streichhölzer. In einem schmalen Korridor zwischen Rhein und den ansteigenden Hängen fielen zahlreiche weitere Stämme um und blockierten unter anderem die Gleise der Stadtbahnlinie 66. Die Haltestellen waren nicht mehr zugänglich; in den Oberleitungen und auf den Schienen lagen Äste.

Der folgenschwerste Zwischenfall ereignete sich nur Minuten später in Rhöndorf. Aus dem Park gegenüber dem Gebäude der Deutsch-Physikalischen Gesellschaft an der Hauptstraße kippte eine Buche mit einem Durchmesser von fast einem Meter auf die Fahrbahn, drückte Laternenmasten um. Ein dicker Zweig bohrte sich von oben durch das Dach in ein Auto, das gerade vorbei fuhr. Der 19 Jahre alte Fahrer wurde schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Er konnte noch selbst die Feuer- und Rettungsleitstelle anrufen und um Hilfe bitten.

Bevor die Freiwillige Feuerwehr eintraf, war der junge Mann schon befreit worden. Rund drei Stunden benötigten Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und der städtische Bauhof, um die Straße wieder frei zu bekommen. In der Schaaffhausenstraße stürzte ein Baum gleich auf mehrere Wagen, es entstand Sachschaden in Höhe von mehreren zehntausend Euro. Insgesamt waren 55 Feuerwehrleute an 30 Einsatzstellen unter Leitung von Stadtbrandinspektor Torsten Budde bis in die Nacht beschäftigt. Gegen 1.15 Uhr wurden sie erneut alarmiert, an der August-Lepper-Straße hatte es in einer Küche gebrannt, zwei Menschen erlitten Rauchgasvergiftungen.

Über das Siebengebirge zog das Wetterphänomen weiter in Richtung Königswinter. In einschlägigen Wetterforen wurde es als „downburst“ bezeichnet, plötzlich auftretende und starke Fallböen, die zerstörerische Wirkung haben. Augenzeugenberichte über eine Windhose konnten nicht bestätigt werden.

In Oberpleis fegten die Böen einen Strommast um, anschließend wurden vier weitere Masten, die auf Dächern an der Dollendorfer Straße befestigt waren, umgerissen. Dachbalken wurden beschädigt, der Strom fiel für mehrere Stunden aus. Weitere Einsatzschwerpunkte waren die Ortsteile Eudenbach und Ittenbach. Rund 50 Einsätze registrierte die Feuerwehr, unter Leitung von Stadtbrandinspektor Michael Bungarz waren zeitweise bis zu 150 Wehrleute im Einsatz.

Zwölf Einsätze arbeiteten die 30 Freiwilligen unter Leitung von Stadtbrandinspektor Lutz Duckwitz in Hennef ab - in Wiersberg, in Kurscheid, Wellesberg, Dahlhausen und an der Grenze zu Sand wütete das Unwetter. Zahlreiche Straßen waren blockiert. In Wiersberg wurde das Dach eines Stalls abgedeckt, etwa 200 Gänse mussten umziehen. Kurz vor 23 Uhr eilten die Wehrleute nach einem Blitzeinschlag zu einem Brand an der Schützenstraße in Geistingen, das Feuer war aber schnell gelöscht.

 www.ksta.de/rsa-fotolines



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