Von Ralf Rohrmoser-von Glasow, 07.09.08, 18:10h
Der folgenschwerste Zwischenfall ereignete sich nur Minuten später in Rhöndorf. Aus dem Park gegenüber dem Gebäude der Deutsch-Physikalischen Gesellschaft an der Hauptstraße kippte eine Buche mit einem Durchmesser von fast einem Meter auf die Fahrbahn, drückte Laternenmasten um. Ein dicker Zweig bohrte sich von oben durch das Dach in ein Auto, das gerade vorbei fuhr. Der 19 Jahre alte Fahrer wurde schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Er konnte noch selbst die Feuer- und Rettungsleitstelle anrufen und um Hilfe bitten.
Bevor die Freiwillige Feuerwehr eintraf, war der junge Mann schon befreit worden. Rund drei Stunden benötigten Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und der städtische Bauhof, um die Straße wieder frei zu bekommen. In der Schaaffhausenstraße stürzte ein Baum gleich auf mehrere Wagen, es entstand Sachschaden in Höhe von mehreren zehntausend Euro. Insgesamt waren 55 Feuerwehrleute an 30 Einsatzstellen unter Leitung von Stadtbrandinspektor Torsten Budde bis in die Nacht beschäftigt. Gegen 1.15 Uhr wurden sie erneut alarmiert, an der August-Lepper-Straße hatte es in einer Küche gebrannt, zwei Menschen erlitten Rauchgasvergiftungen.
Über das Siebengebirge zog das Wetterphänomen weiter in Richtung Königswinter. In einschlägigen Wetterforen wurde es als „downburst“ bezeichnet, plötzlich auftretende und starke Fallböen, die zerstörerische Wirkung haben. Augenzeugenberichte über eine Windhose konnten nicht bestätigt werden.
In Oberpleis fegten die Böen einen Strommast um, anschließend wurden vier weitere Masten, die auf Dächern an der Dollendorfer Straße befestigt waren, umgerissen. Dachbalken wurden beschädigt, der Strom fiel für mehrere Stunden aus. Weitere Einsatzschwerpunkte waren die Ortsteile Eudenbach und Ittenbach. Rund 50 Einsätze registrierte die Feuerwehr, unter Leitung von Stadtbrandinspektor Michael Bungarz waren zeitweise bis zu 150 Wehrleute im Einsatz.
Zwölf Einsätze arbeiteten die 30 Freiwilligen unter Leitung von Stadtbrandinspektor Lutz Duckwitz in Hennef ab - in Wiersberg, in Kurscheid, Wellesberg, Dahlhausen und an der Grenze zu Sand wütete das Unwetter. Zahlreiche Straßen waren blockiert. In Wiersberg wurde das Dach eines Stalls abgedeckt, etwa 200 Gänse mussten umziehen. Kurz vor 23 Uhr eilten die Wehrleute nach einem Blitzeinschlag zu einem Brand an der Schützenstraße in Geistingen, das Feuer war aber schnell gelöscht.
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