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Ans Telefon statt in den Schrank

Von THOMAS ISKRA, 19.05.08, 16:58h

Ruppichteroth - Kindergartenkinder lernen richtíges Verhalten im Brandfall: Die Feuerwehr hatte diesmal alle Kindergärten aus dem Einzugsbereich eingeladen. Auch die Eltern konnten üben.

BILD: ISKRA
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Dicht am Puls: Im Rettungswagen messen die Kinder unter Aufsicht eines Rettungssanitäters den Herzschlag eines Feuerwehrmanns.
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Dicht am Puls: Im Rettungswagen messen die Kinder unter Aufsicht eines Rettungssanitäters den Herzschlag eines Feuerwehrmanns.
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Wasser marsch! Unter Anleitung eines „echten Feuerwehrmanns“ durften die Kinder bei der Brandschutzerziehung mal ausprobieren, wie ein Brand gelöscht wird.
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Ruppichteroth - Der fünfjährige Leon nimmt das Telefon in die Hand und wählt die Notrufnummer 112. Es tutet zweimal in der Leitung und am anderen Ende des Telefons hört er einen Mann, der sich mit „Feuerwehrleitstelle, wie können wir Ihnen helfen“ meldet. Leon spricht leise, aber verständlich „Helfen sie uns, hier brennt es.“ - „Wo?“ fragt der Disponent. „Im Kindergarten Schöneberg“, antwortet der Fünfjährige.

Spielerische Seminare

Dies war zum Glück nur ein Übungsszenario, kann aber in Realität viele Leben retten. Doch bei der Feuerwehr anzurufen, ist für Kinder schwerer, als viele Erwachsene denken. Darum bietet die Feuerwehr Ruppichteroth - wie viele andere Wehren ebenso, wenn auch in unterschiedlicher Weise - seit einigen Jahren in ihren Räumen spielerische Seminare zum Thema Brandschutz für Kinder an.

„Das Fehlverhalten bei Bränden ist im Kindesalter enorm groß“, so Löschzugführer Claus Müller. Da Kinder in Gefahrensituationen vor allem Schutz suchten, versteckten sie sich häufig bei Feuer unter dem Bett oder im Kleiderschrank. Das sei sehr problematisch, da die Kinder dort dem giftigen Rauch direkt ausgesetzt und schwerer zu finden seien. „80 bis 90 Prozent der Menschen, die bei Bränden sterben, sterben an Rauchvergiftung und gar nicht im Feuer“, ergänzt Müller.

Nun dürfen auch die anderen Kinder am Übungstelefon die Notrufnummer wählen. Diesmal wird ein Brand zu Hause nachgestellt. Einigen Kindern fällt es schon in dieser nachgestellten Szene schwer, die einfachen Fragen des vermeintlichen Disponenten in der Leitstelle zu beantworten.

Auf die Frage „Wie ist denn deine Adresse?“ können sie keine genaue Antwort geben. „Aber ihr könnt doch den Rauch von der Feuerwache aus sehen“, antworten einige, da sie glauben, der Notruf würden direkt bei der Feuerwache in Ruppichteroth ankommen. „Eltern sollten ihren Kindern schon früh beibringen, wie sie beschreiben können, wo sie sich gerade befinden“, so Müller. Genau das wird aber auch im Kindergarten geübt und trainiert. Die Feuerwehr leiht immer wieder einen so genannten Brandschutzerziehungskoffer aus. Darin befinden sich ein Telefon zum Üben der Notrufe und viele weitere Unterlagen für die Kinder.

„So Kinder, jetzt habt Ihr eure Hilfemeldung an die Feuerwehr durchgeben, was passiert denn nun?“ fragt Brandmeister Jan Ketelsen, der den Disponenten der Leitstelle spielt. Schnell geht es mit der Gruppe eine Etage tiefer in die Fahrzeughalle. Zügig ziehen sich dort gerade eine Hand voll Feuerwehrmänner ihre Uniformen an, springen vor den staunenden Augen der Kinder in ein bereitstehendes Löschfahrzeug und brausen mit Blaulicht und Sirene vom Hof. Kurze Zeit später kommen sie wieder zurück, springen wieder aus dem Wagen, ziehen sich die Atemschutzgeräte an und verlegen einen Löschschlauch. „Genau so würde es ablaufen, wenn es bei euch brennen würde“, erklärt Ketelsen den Kindern.

„Früher kamen die Kindergärten sporadisch immer mal wieder zu uns“, erklärt Löschzugführer Claus Müller. „Jetzt haben wir das aber so organisiert, dass die Vorschulkinder der drei Kindergärten in unserem Einzugsbereich an einem Tag kommen konnten.“ Das Konzept dieses spielerischen Trainings wurde über Jahre immer weiter entwickelt.

Mit Löschgeräten umgehen

Auch die Eltern kamen mit zur Feuerwache. Für sie stand ebenfalls Training auf dem Programm. Sie durften üben, wie man mit unterschiedlichen Feuerlöscherarten Brände löscht. „Obwohl ich weiß, dass hier nichts passieren kann, hatte ich dennoch ein ungutes Gefühl, als ich in Richtung Feuer gegangen bin“, berichtet eine Teilnehmerin. „Da war dann nur ich, das Feuer und der Feuerlöscher.“

Zum Abschluss durften dann auch die Kinder Brände löschen, nur keine mit echtem Feuer. Mit Kunststoffhelmen ausgestattet ging es mit dem Schlauch auf Brandbekämpfung. Ein feuchtfröhlicher Spaß mit ernstem Hintergedanken.

Weitere Bilder im Internet:

 www.ksta.de/rsa-fotolines



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