Von GABRIELE KRÜPER, 17.04.08, 17:01h
In Siershahn bei Montabaur wurde 1993 aus aktuellem Anlass die „Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen“ gegründet. Der Verein hat bundesweit 150 Mitglieder. Der Sozialpädagoge Johannes Heibel kämpft unermüdlich gegen Kindesmissbrauch an, will die Menschen aufrütteln und sensibilisieren. In den Gebrüdern Harich fand er engagierte Teilnehmer seiner jüngsten Aktion. Denn schließlich galt es, dem Mühlstein einen passenden Spruch einzugravieren, den Heibel im Matthäus-Evangelium fand: „Wer aber einem von diesen Kindern, die an mich glauben, Ärgernis gibt, dem wäre es besser, wenn ihm ein Mühlstein an den Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde.“ Dieser Spruch hat bereits für Diskussionen gesorgt, weil er als Befürwortung der Todesstrafe interpretiert worden war.
„Dies ist keineswegs der Fall“, erklärt Heibel. Der Spruch solle deutlich machen, wie hoch in der Bibel das Kindeswohl gehalten wurde. Für Bruno Harich, selbst Vater von drei Kindern, verdeutlicht das Zitat auch, wie ein Täter sich sein Leben lang fühlen müsse: nämlich wie mit einem Mühlstein um den Hals. Im Juni soll die Reise des Mahnmals starten - wo sie endet, ist offen. Wer Interesse an der Aktion hat, kann sich beim Verein melden.
www.initiative-gegen-gewalt.de
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