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Fähigkeiten und Interessen bündeln

Erstellt 11.03.08, 18:55h, aktualisiert 12.03.08, 10:25h

Rhein-Sieg - Im Rhein-Sieg-Kreis gibt es jetzt eine Attac-Gruppe. Etwa 200 registrierte Mitglieder in der Region haben nun eine regionale Kontaktstelle. Wolfgang Huste ist einer der Gründer.

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Wolfgang Huste hat die Gründung der Attac-Gruppe angeregt.
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Wolfgang Huste hat die Gründung der Attac-Gruppe angeregt.

RHEIN-SIEG-ANZEIGER: Wie ist Ihre Bilanz des Gründungstreffens?

WOLFGANG HUSTE: Das Gründungstreffen war ein großartiger Erfolg. 24 Personen mit sehr unterschiedlichen Berufen waren anwesend, unter anderem Schüler und Studenten, Wirtschaftswissenschaftler, zwei ehemalige Pfarrer, Gewerkschaftsvertreter, Hausfrauen, ein Biologe und sogar Mitglieder von zwei Parteien. Die Zusammensetzung der Sitzungsteilnehmer zeigt deutlich das Selbstverständnis von Attac auf: Pluralität und Toleranz. Beides sind die zentralen, tragenden Säulen von Attac.

Warum braucht der Rhein-Sieg-Kreis eine Attac-Regionalgruppe?

HUSTE: In der Region Rhein-Sieg sind 200 Mitglieder registriert, die vorher keine eigene Kontaktstelle hatten und vorher nicht koordiniert zusammen gearbeitet haben. Dies ist seit der Gründung von Attac Rhein- Sieg anders geworden. Nun können wir unsere politischen Kräfte, unsere unterschiedlichen Fähigkeiten und Interessen zusammenführen und damit auch viel effektiver auf die regionale Politik in basisdemokratischer, das heißt in bürgerzentrierter Form, einwirken. Zudem streben wir eine Zusammenarbeit mit befreundeten Organisationen an.

Wie wird die Arbeit ihrer Regionalgruppe aussehen? Was sind die Ziele?

HUSTE: Innerhalb der Gruppe kristallisierten sich recht schnell viele zukünftige, zum Teil sehr unterschiedliche Arbeitsfelder heraus. Hier die wichtigsten in Schlagworten: Verhinderung der Privatisierung des öffentlichen Eigentums; politische Ökologie, Natur- und Umweltschutz; demokratische Kontrolle der Medien; Armutsbekämpfung; Mindestlohn und Grundeinkommen; demokratische Kontrolle der internationalen Finanzmärkte; keine Privatisierung von Sozialleistungen; Auflösung der Energieoligopole zugunsten der Bürger - und keine Privatisierung der Bundesbahn. Zu diesen und anderen Themen wird Attac-Rhein-Sieg zukünftig Veranstaltungen anbieten und auch auf regionale Themen eingehen. Wir wollen uns einmischen, denn eines muss klar sein: Bildung, Energie, Gesundheit und eine lebenswerte Umwelt sind keine Waren, sondern für alle da.

Ihr Motto lautet „Global denken - regional handeln“.Was kann man sich darunter vorstellen?

HUSTE: Das Motto „Global denken - regional handeln!“ beinhaltet fol gende Zielsetzung: Die so genannte „große Politik“ spiegelt sich, was deren Auswirkungen angeht, ganz konkret in der Region wider. Sie wird also auf die regionale Ebene heruntergebrochen. Ein Beispiel: Seit Einführung von Hartz IV verar men immer mehr Menschen - auch im Rhein-Sieg-Kreis. Die soziale Schere geht auch in unserer Region immer weiter auseinander. Insbe sondere die Kinderarmut nimmt deutlich zu. Suppenküchen und ähn liche karitative Einrichtungen ver suchen hier zu „reparieren“ und die größte Not zu lindern. Attac geht da gegen an die Wurzel des Übels und bietet - in Zusammenarbeit mit an deren Organisationen - nachhaltige Lösungs- und Alternativmodelle an. Auf der Ökologie- und Umwelt schutzebene lauten die aktuellen Themen „Bürgernationalpark“ , „Nachtflugverbot“ und „Energie versorgung vor Ort“. Dementspre chend wird sich Attac Rhein-Sieg auch ganz bewusst in die Regional- und Kommunalpolitik einmischen und eine basisdemokratische Politik zugunsten der Bürger verfolgen.

Das Interview führte

Holger Klein



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