Von ANJA CLEMENS, 19.12.07, 16:23h, aktualisiert 19.12.07, 16:57h
Eine Augenweide sind die Mädels sowieso: Bodenlange, eng anliegende historische Gewänder in leuchtenden, satten Farben, die bei jedem zarten Hüftschwung mitschwingen, hier und da mal ein hervorblitzender Schnabelschuh, und immer ein kokettes Lächeln - da schmolz sogar der strenge Marktvogt dahin wie Butter in der Sonne.
Historische Vorbilder
Die historischen Vorbildern nachempfundenen Instrumente, zuweilen mit exotischen Namen wie „Zister“, „Darbuka“ oder „Chalumenaux“, verraten ebenso wie die Rhythmus betonte, oft von mehrstimmigem Gesang getragene Musik ihre orientalische Herkunft. „Die haben im Orient schon Schalmeien und Flöten gespielt, da waren wir in Europa musikalisch noch in der Steinzeit“, sagte Katerina Göttlichova lachend.
Schon in den frühen Volksweisen und halb geistlichen, mit lateinischen Texten unterlegten Weihnachtsliedern, sind deutlich „landestypische“ Eigenheiten zu erspüren: Ein wenig schwerer klingen die schwedischen und finnischen Lieder, voller Temperament dagegen die provenzalischen Stücke, und als die Musikerinnen in Galizien landeten, waren Fiedel (Michaela Hrbkova), Schalmeien (Karla Mateasko) und Trommeln (Alzbeta Josefy) kaum zu bremsen. Immer ist es die pure Lebensfreude, die die Musik übermittelt: „Gaudete, gaudete“ - „Freuet euch!“
Mitten in einem Lobgesang auf die Jungfrau Maria erklingen plötzlich zwei kräftige Schalmeien, dröhnt eine mit Schlegeln beidseitig gespielte Trommel, durchtönten die vier starken Stimmen in A-cappella-Partien mühelos den Saal. Auch, wenn eine Legende der heiligen Martha erzählt wird, die viele Menschen von einem bösen Drachen befreite: Kaum hatte das Untier Martha erblickt, war es so zahm und brav wie ein Hündchen.
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige