Erstellt 09.11.07, 19:50h, aktualisiert 09.11.07, 19:51h
Und das kam so: Wie immer freitags wollte eine Vielzahl von Pendlern mit dem Regionalexpress 9 um 14.23 Uhr vom Kölner Hauptbahnhof aus die Heimreise ins Wochenende antreten. Allerdings machte die Lok bereits am ersten Halt in Deutz schlapp. Für die Fahrgäste hieß es aussteigen und auf einen Ersatzzug warten. Der kam auch bald, jedoch handelte es sich um eine uralte Zugversion, die auch nur die Hälfte der Passagiere aufnehmen konnte.
Wer zu den Auserwählten gehörte und mit Glück einen Platz in dem Ersatzzug ergattern konnte, musste sich fortan in Geduld üben. An jedem Bahnhof verzögerte sich die Abfahrt, weil viel mehr Fahrgäste ein- als ausstiegen und das Gedränge immer größer wurde.
Geradezu verrückt wurde es dann am Bahnhof Eitorf: Weil der Zug schon Museumsreife hatte, waren seine Trittbretter nicht mit den neuen Niederflurbahnsteigen kompatibel - mit der Folge, dass sich die Trittbrettstufen unter dem Bahnsteig verkanteten. Der Zug hing am Bahnsteig fest. Nachdem sich Zugbegleiter und Lokführer von der Aussichtslosigkeit der Lage überzeugt hatten, war die Mithilfe der Fahrgäste gefragt. Über Lautsprecher wurden sie gebeten, alle auf die linke Seite der Waggons zu gehen, um die Trittbretter zu entlasten. Nachdem diese Aktion nicht wirklich fruchtete, kam der Zugführer auf eine andere Idee: Auf Kommando sollten alle Fahrgäste in die Höhe springen. Der kollektive Fahrgasthopser hatte Erfolg, die verkanteten Stufen lösten sich und die Fahrt konnte weitergehen. Um weitere Bahngymnastik zu verhindern, ließ der Lokführer die Trittbretter an den weiteren Sieg-Bahnhöfen unausgeklappt - zum Aussteigen brauchte es nun keinen hohen Sprung, sondern einen langen Schritt.
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