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Supermarkt bleibt umstritten

Von ANDREAS HELFER, 16.08.07, 18:00h, aktualisiert 17.08.07, 11:22h

Troisdorf - Die Anwohner des Neubaugebietes "Am Krausacker" protestieren weiter gegen den geplanten Rewe: 350 Unterschriften haben sie gesammelt. Auch ein Kompromiss- vorschlag der Stadt lässt sie kalt.

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Gegen einen Rewe-Markt an der Straße „Zum Kalkofen“ wehren sich Marcus Respondek (l.) und Uwe Andrees. Sie sehen ihre Ruhe, die Verkehrssicherheit sowie Vögel und Fledermäuse bedroht .
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Gegen einen Rewe-Markt an der Straße „Zum Kalkofen“ wehren sich Marcus Respondek (l.) und Uwe Andrees. Sie sehen ihre Ruhe, die Verkehrssicherheit sowie Vögel und Fledermäuse bedroht .
Troisdorf - Alles andere als zufrieden sind betroffene Anwohner mit dem Vorschlag der Stadt, den geplanten Rewe-Markt in Bergheim sechs Meter weiter als ursprünglich geplant von den Wohnhäusern an der Mutter-Theresa-Straße abzurücken. Ganz im Gegenteil bestehen sie weiter auf ihrer Forderung, einen gänzlich neuen Platz für das Geschäft zu finden. „Für uns ist das kein Erfolg, wir fordern weiterhin einen neuen Standort“, sagt Marcus Respondek, der zusammen mit einigen Nachbarn aus dem Neubaugebiet Am Krausacker rund 350 Unterschriften gegen das Projekt gesammelt hat.

Wie berichtet, hatte der Technische Beigeordnete der Stadt, Hans-Christian Lehmann, nach eigenen Worten den Anwohnern mit der Verlegung helfen wollen.

„Mit uns wurde schon wieder nicht gesprochen“, moniert dagegen Respondek, und sein Nachbar Uwe Andress pflichtet ihm bei: „Der Bürger ist mit den sechs Metern ausreichend bespaßt, aber das ist nur ein minimaler Abstand.“ Kein gutes Haar lassen die beiden auch an den Argumenten, mit denen das Vorhaben verteidigt wird. So sei der jetzige Standort nur ausgewählt worden, weil die Stadt ihn sehr einfach erwerben konnte - im Gegensatz zu einem gegenüberliegenden Areal auf der anderen Seite der Straße „Zum Kalkofen“ oder einem Grundstück an der großen Heerstraße. Anders als von der Stadt angegeben, gehöre dieses allerdings keinem Investor, sondern einer Erbengemeinschaft.

Wenig Verständnis haben Respondek und Andrees auch für die Vorgabe von Rewe, auf einer besonders großen Fläche bauen zu müssen. Am Elly-Heuss-Knapp-Platz sei ein zwar kleineres Grundstück vorhanden, das sich aber besser zur Nahversorgung für Kunden eigne, die zu Fuß einkaufen. Zudem fänden sich dort bereits andere Geschäfte wie eine Apotheke und eine Bäckerei. Der neue Rewe-Markt aber sei mit 1700 Quadratmetern Grundfläche und einem Gebäude von zehn Metern klar für Einkäufer von außerhalb ausgelegt. „Da werden Kunden mit dem Auto fahren und den Kofferraum vollladen“, glaubt Andrees.

An der Straße „Zum Kalkofen“ fürchten Respondek und Andrees indes nicht nur um ihre Ruhe und die Sicherheit der Kinder, sondern auch um die Bewohner einer mächtigen Buchenhecke, die sich parallel zur Mutter-Theresa-Straße Richtung Osten erstreckt. Neben vielen verschiedenen Vogelarten, darunter Eulen, hätten sie dort auch schon Fledermäuse beobachtet - und die müssten sicherlich um ihre Futterquellen fürchten, wenn sie in der Nachbarschaft keine Grünflächen mehr, sondern einen asphaltierten Parkplatz nebst einem Zweckbau vorfinden. Bestätigt sehen sie sich in ihrer Einschätzung vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND).

Dialog erwünscht

„Der Flugraum um die Hecke, ein typisches Schlechtwettergebiet für Schwalben und Fledermäuse, würde verstellt. All das ist nicht akzeptabel“, hebt BUND-Gutachter Achim Baumgartner hervor, der vor einem Bau eine Kartierung zur Erfassung seltener oder bedrohter Arten fordert. Der Stadt legt er nahe, echte Restflächen in rechtmäßigen Baugebieten oder Baubrachen zu suchen und damit den Gesetzgeber zu unterstützen, der sich allgemein zum Ziel gesetzt hat, den Flächenverbrauch in Deutschland zu reduzieren. Baumgartner wundert sich, dass ein Supermarkt im Neubaugebiet nicht von Anfang an mit eingeplant wurde. „Dass die neue Bevölkerung ebenfalls essen und trinken wird, war ja planerisch abzusehen.“

„Das zusätzliche Stück, das die Stadt jetzt gekauft hat, soll teuer gewesen sein“, sagt Respondek, „Aber da schafft man Tatschen, ohne zu wissen, ob das eine Lösung ist.“ Sicherlich hätte er sein Grundstück aber nicht gekauft, wenn er gewusst hätte, dass dort ein zehn Meter hoher Markt gebaut werden soll. „Wir wollen den Dialog mit der Stadt“, hebt er hervor. Aber wenn der nicht fruchte, bleibe wohl nur die Klage vor Gericht.



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