Erstellt 19.03.74, 09:19h
Insgesamt rückten die Einsatzkräfte mit mehreren hundert Leuten 335 Mal aus und arbeiteten noch bis zum Mittwochmorgen. Auch zahlreiche historische Gebäude wurden durch die herabstürzenden Wassermassen beschädigt.
Der öffentliche Verkehrsnetz war am Dienstagnachmittag teilweise zusammengebrochen. Für Busse und Bahnen gab es kein Durchkommen: Umstürzende Bäume und herabfallende Äste hatten die Oberleitung der Straßenbahn zerrissen, Straßenunterführungen standen mehr als einen Meter unter Wasser. Die meisten Ampeln funktionierten nicht. Erst am Morgen fuhren die Bahnen fast überall wieder planmäßig.
Teils verheerende Schäden hat das Wasser an vielen öffentlichen historischen Gebäuden angerichtet. Nach Angaben der Stadt gehe der Schaden vermutlich in die Millionen. Stark in Mitleidenschaft gezogen wurde das historische Rathaus. Im Erdgeschoss des Stadtarchivs stand das Wasser 30 Zentimeter hoch. Stärker getroffen wurde auch der Sitz der Deutschen Telekom. Dort stand die Tiefgarage 1,50 Meter tief unter Wasser. Die Fluten lösten zudem einen Kurzschluss aus, woraufhin im ganzen Haus der Strom ausfiel.
Wasser in der Beethovenhalle
In die Beethovenhalle brach das Wasser ein, von der Uni fielen Dachteile herunter. Schäden richteten Wind und Wasser auch am Dach der Oper an. Außerdem sog sich in einem Schwimmbad eine Decke so voll, dass sie drohte einzustürzen und die Halle geschlossen werden musste.
Stadtsprecherin Monika Frömbgen sagte: „Ich bin seit 20 Jahren hier, aber in der Form habe ich das noch nie erlebt. Ich habe zum Beispiel noch nie erlebt, dass hier Wasser durch die doppelverglasten Fenster im Stadthaus gekommen ist.“ Im Erdgeschoss des Stadtarchivs stand das Wasser am Abend 30 Zentimeter hoch.
Im Alten Stadthaus brachten die Beschäftigten ihre Computer in Sicherheit: „Das Wasser ist da wie ein Wasserfall reingegangen“, sagte Frömbgen. Das historische Rathaus wurde durch eindringendes Wasser „stark in Mitleidenschaft gezogen“. Von der Beethovenhalle lösten sich zwei große Dachplatten.
Erst am Morgen hatte sich die Lage in Bonn wieder weitgehend normalisiert. Das teilte ein Sprecher der Stadtverwaltung am Mittwoch auf ddp-Anfrage mit. (dpa,ddp,ksta)
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