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Proteste gegen Supermarkt

Von ANDREAS HELFER, 11.05.07, 19:01h

Troisdorf - Bei der Bürgeranhörung im Ratssaal lieferten sich Anwohner einen harten Schlagabtausch mit der Stadtverwaltung. Es ging dabei um den geplanten Supermarkt, der eine drastische Zunahme des Autoverkehrs zur Folge haben könnte.

Troisdorf - „Wir wollen Natur und kein Gewerbegebiet vor unsrer Haustür“ und „Wir brauchen die freie Natur zum Leben“ war auf den Transparenten zu lesen, die Bergheimer Kinder mit zur Bürgeranhörung in den Ratssaal gebracht hatten - und die Eltern lieferten sich einen harten Schlagabtausch mit der Stadtverwaltung, die die Planung für einen umstrittenen Supermarkt an der Straße Zum Kalkofen vorstellte. Wie berichtet, fürchten Anwohner eine drastische Zunahme des Autoverkehrs im Neubaugebiet am Krausacker. Der Rewe-Markt soll eine Verkaufsfläche von 1700 Quadratmetern bieten.

Immer wieder monierten Anwohner, dass sie im Vorfeld der Planung nicht nach einem geeigneten Standort und dem Bedarf für einen Markt gefragt wurden. Stattdessen werde in einem Abstand von nur 20 Metern zur Wohnbebauung ein massiver Bau mit einem Pultdach von fünf bis neun Metern Höhe und ein Parkplatz mit 130 Stellplätzen geplant. „Hätte man uns das vor zwei Jahren gesagt, hätten wir niemals an der Mutter-Theresa-Straße gebaut“, empörte sich ein Besucher der Anhörung, der sich auch vor Gericht gegen das Vorhaben zur Wehr setzen will. „Da hätten wir auch in Köln bleiben können.“ Ein weiterer Besucher übergab eine Liste mit 247 Unterschriften gegen den Bau.

Claus Chrispeels, der Leiter des Planungsamts, führte eine Marketing-Studie an, nach der aus Bergheim und Müllekoven zu viel Kaufkraft in Nachbarkommunen Troisdorfs abfließt. Mehr als 16 Millionen Euro Umsatz gingen so verloren, rechne man den Hit-Markt in Sieglar mit, seien es gar 20 Millionen Euro. Im Rathaus hätten sich in den vergangenen Jahren Anfragen zum Bau neuer Märkte gehäuft, so dass man die besagte Studie in Auftrag gegeben habe. Kleinere Läden, die man noch in den 1990er Jahren im Neubaugebiet Krausacker ansiedeln wollte, hätten mittlerweile keine Chance auf Realisierung. Die Mindestgröße für Verkaufsflächen liege bei 1000 Quadratmetern für einen Vollsortimenter. Bei der Entscheidung für den Standort - und der Ablehnung eines Areals an der großen Heerstraße etwa - habe vor allem die Fußläufigkeit eine entscheidende Rolle gespielt, die besonders für ältere Bergheimer wichtig sei. „Denken Sie daran, die Älteren von morgen sind wir“, mahnte so auch der Technische Beigeordnete Hans-Christian Lehmann. Er betonte, dass er die Sorgen der Anwohner durchaus verstehen könne. Die Stadtentwicklung aber sei eine Hoheitsaufgabe und die Nahversorgung wichtig für Bergheim. Gegenüber dem „Rhein-Sieg-Anzeiger“ sagte er indes, man wolle prüfen, ob sich das Verkaufsgebäude auf dem Grundstück verschieben lässt, so dass ein größerer Abstand zu den Wohnhäusern entsteht. Den Markt im nahe gelegenen Gewerbegebiet zu errichten, wie es einige der Anwohner forderten, lasse die Landesgesetzgebung nicht zu.

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