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Gegen den neuen Supermarkt

Von ANDREAS HELFER, 11.02.09, 18:57h

Troisdorf - Anwohner wehrt sich gegen Bauvorhaben: In nur 19 Metern Entfernung zu den Häusern will die Firma Rewe an der Straße „Zum Kalkofen“ eine Filiale errichten.

Troisdorf - Ein Supermarkt mit 1500 Quadratmetern Verkaufsfläche. 133 Parkplätze und rund 1000 zusätzliche Autos, die über die Straße „Zum Kalkofen“ fahren - das sind Aussichten, die Marcus Respondek dieser Tage die Ruhe rauben. In unmittelbarer Nachbarschaft seines Hauses will die Firma Rewe bauen - nach Respondeks Rechnung nur 19 Meter von den Wohnhäusern entfernt. Vor allem die zu erwartende Zunahme des Straßenverkehrs fürchtet der 34-jährige Bergheimer. „Hier laufen jeden Tag Scharen von Kindern durch, zum Kindergarten und zur Schule.“ Eine Katastrophe sei es gar, wenn die Straße „Zum Kalkofen“ ausgebaut werden müsse, um Raum für Lastwagen auf dem Weg zum Markt zu schaffen. Schon jetzt werde viel zu schnell gefahren. „Die rasen wie bekloppt.“

Geärgert hat ihn, dass der Ortsvorsteher von Bergheim, Karl-Heinz Stocksiefen (CDU), die Anwohner bei einer Informationsveranstaltung am 26. April vor vollendete Tatsachen gestellt habe. Und das, obwohl es auf der gegenüberliegenden Seite der Straße „Zum Kalkofen“ und an der großen Heerstraße Alternativgrundstücke gebe.

Respondek, der seit zwei Jahren mit seiner Frau im Neubaugebiet am Krausacker wohnt, hat bereits einen Brief an Bürgermeister Manfred Uedelhoven geschrieben, jetzt sammelt er Unterschriften gegen das Vorhaben, zumal sich Marcus Respondek auch um den Naturschutz sorgt. An einer Seite wird das Areal von einem Wäldchen begrenzt, in dem der Anwohner viele Tier- und Pflanzenarten ausmacht, an der anderen Seite zur Wohnbebauung hin durch eine hohe Hecke, die Vögeln ein Refugium bietet.

Schilder weisen die Hecke als „geschützten Landschaftsbestandteil“ aus, so dass sie laut Achim Baumgartner, Vorstandsmitglied des BUND Rhein-Sieg, in eine hohe Schutzkategorie fällt. Würde sie künftig an einen Supermarkt grenzen, wäre die Schutzfunktion für Vögel wohl hin. Zudem sei das fragliche Grundstück im Landschaftsplan nicht als bebaubare Fläche dargestellt. „Dass Alternativflächen zu teuer sind, ist ein schwaches Argument“, findet Baumgartner.

„Ich war überrascht , wie die Leute reagieren“, sagte gestern Karl-Heinz Stocksiefen. „Die meisten Bergheimer sagen, prima, jetzt kommt da was hin.“ Bergheim brauche einfach einen Supermarkt, auch da 15 Millionen Euro Kaufkraft verloren gehen, wenn die Bürger in Nachbarkommunen kaufen. Eine Alternativfläche an der großen Heerstraße habe ein Spekulant gekauft. „Aber der ist bei der Stadt abgeblitzt, und das ist richtig so.“ Für die andere Fläche an der gegenüberliegenden Straßenseite hätte man sich mit sechs verschiedenen Eigentümern einigen müssen. Am Samstag, 5. Mai, will Stocksiefen noch einmal mit vier der betroffenen Anwohnern sprechen.

Zu der Planung gibt es am Donnerstag, 10. Mai, 18 Uhr eine Bürgeranhörung im Saal C im Untergeschoss des Rathauses.



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