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Dubioser Besuch

Von ANDREAS HELFER, 20.04.07, 12:21h

Troisdorf - Vertreter einer Firma für Kanalrenovierungen haben einer Rentnerin einen Schrecken eingejagt: Die Kanalprüfung sollte 1800 Euro kosten. Viel zu viel.

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Magarete Volkmer
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Magarete Volkmer
Troisdorf - Vertreter einer Firma für Kanalrenovierungen haben der Rentnerin Margarethe Volkmer einen gehörigen Schrecken eingejagt. Bei einem Hausbesuch habe der Mitarbeiter der „Renoka“ mit Sitz in Bergkamen der Seniorin eindringlich erläutert, dass sie dringend ihren Kanal überprüfen müsse. Der Keller sei feucht, Nachbarn könnten deshalb sogar klagen. 49 Euro allein wurden sofort dafür fällig, dass der Mitarbeiter das Haus in Augenschein nahm. Die Hauptuntersuchung per Kamera und Druckprüfung sollte weitere 1800 Euro kosten und gar 3700 Euro eine „Kellerschimmelprävention“ durch eine weitere Tochterfirma. Trotz der hohen Summen unterschrieb Margarethe Volkmer. „Ich habe mich ins Boxhorn jagen lassen“, bedauerte sie. Doch eine Nachbarin war auf die Sache aufmerksam geworden und half Volkmer, einen Brief aufzusetzen, um den Auftrag zu widerrufen.

Einen Widerruf empfiehlt auch die Verbraucherzentrale, bei der bereits mehrere Beschwerden zur Renoka aufgelaufen sind, und die das Vorgehen als „Drückermethoden“ bezeichnet. Die Berater weisen darauf hin, dass bei den Sanierungen keine Eile geboten ist: In den aktuellen Sanierungsgebieten sei bis Ende 2008 Zeit. Der Abwasserbetrieb der Stadt weist darauf hin, dass eine Dichtheitsprüfung mit 150 bis 400 Euro gewöhnlich weit billiger ist, als der geforderte Betrag. In Troisdorf dürfen nur zugelassene Firmen solche Prüfungen durchführen, eine Liste gibt es beim Abwasserbetrieb.

Renoka ist eine Marke der Firma „Direct Home Corporation“ (DHC), die die Prüfungen durch Handelsvertreter anbietet. Der DHC-Geschäftsführer Jan Lippold kritisierte gegenüber dem „Rhein-Sieg-Anzeiger“ das Vorgehen des Vertreters. „Den Kunden so zu beraten ist unseriös, das ist absolut unerwünscht.“ Bei der Beratung dürfe in keinem Fall Druck ausgeübt werden. Er werde den Vertreter zu einer Stellungnahme auffordern. Allerdings sei es möglich, dass eine Prüfung zu solch hohen Kosten führe. Bei der Spülung der Kanäle würden teure Spezialfahrzeuge eingesetzt, und ein Ingenieurbüro fertige eigens ein Sanierungskonzept für den Kunden.

Informationen bei der Verbraucher-Zentrale, 02241 / 787 83.



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