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Eisige Kugeln im Anflug

Erstellt 08.03.07, 09:56h, aktualisiert 08.03.07, 12:21h

Auch in der Disziplin „Schneeballschlacht“ gibt es einen Weltmeisterschaft. Stefanie Blumenberg hat versucht, sich dafür zu qualifizieren - und reiste zum Qualifikationsturnier nach Bielefeld.

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Stefanie und ihr Team musste sich sämtlichen Gegnern geschlagen geben - und ist höchstens Weltmeister der Herzen geworden.
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Stefanie und ihr Team musste sich sämtlichen Gegnern geschlagen geben - und ist höchstens Weltmeister der Herzen geworden.
Auch in der Disziplin „Schneeballschlacht“ gibt es einen Weltmeisterschaft. Stefanie Blumenberg hat versucht, sich dafür zu qualifizieren.

Schneeberge mitten in Bielefeld - ungewöhnlich bei zehn Grad plus und Nieselregen. Der Schnee wurde eigens angekarrt, denn hier und heute findet sie statt: die Qualifikation zur Schneeballschlacht-Weltmeisterschaft am kommenden Wochenende in Winterberg. Spätestens, seit wir Weltmeister im Handball und der Herzen sind, wissen wir: Weltmeister sein ist schön und Weltmeister werden noch schöner. Also treten wir, zwei wackere Schneeball-Werfer und ich, frohen Mutes an.

Unser erster Gegner ist der „Dreitaktmotor“. Die Mannschaften bestehen aus je drei Streitern, jede bekommt einen Schneehügel. Während sich die Mannschaften sechs Minuten lang bewerfen, dürfen sie ihre Schlachtfeldhälfte nicht verlassen. Nach der Halbzeit werden die Seiten gewechselt.

Schnell merken die Zuschauer, warum die Spieler Helm und Schutzbrille tragen müssen: Die Bälle klatschen nur so auf die Kontrahenten, einige verirren sich bis über das Spielfeld hinaus und scheuchen das Publikum zur Seite.

Gleich der erste Schritt auf den Schneeberg sagt mir: Schuhe mit Profil und dicker Sohle wären besser gewesen. Und beim Schneesammeln melden sich die Hände: Handschuhe wären auch nicht schlecht gewesen. Dann geht's los.

Schneeball greifen, werfen - er landet nach einem traurigen Flug in der Mitte des Feldes. Nochmal. Blasse Erinnerungen an den Sportunterricht: Dachfirst anpeilen - trotzdem kein Treffer. Ich rede mir tapfer ein, dass es mir trotzdem Spaß macht. Schließlich zählt: Dabeisein ist alles! Kein einziger meiner Schneebälle trifft die Gegner, die ihrerseits ziemlich wurfstark sind: Viel zu viele weiße Geschosse surren durch die Luft und treffen uns - aber zum Glück sind die Gegner Gentlemen und werfen nicht auf Frauen. Jedenfalls nicht so oft.

Endlich endet die erste Halbzeit. Meine Füße sind eingefroren, die Hände natürlich auch, drei Minuten werfen - oder es zu versuchen - ist viel anstrengender als gedacht. Das traurige Resultat: Mit 50 Gegentreffern scheiden wir aus. Zum Glück - ein zweites Mal sechs Minuten Schneebälle hätte ich kaum überstanden.

Kaum sind die Glieder wieder aufgetaut und die Füße sich ihrer Zehen wieder bewusst, kommt die frohe Botschaft: Eine Trostrunde für die Verlierer steht an. Die Kontrahenten mit dem Namen „Hoch hinaus 2“ sind keine Gentlemen: Zwei mittlerweile vereiste Bälle verheißen blaue Flecken. Wieder kein einziger Treffer meinerseits, nur halb ernst gemeinte Schimpftiraden kann ich den Gegnern an den Kopf werfen.

Doch auch den besten ist die Anstrengung anzumerken: Im Finale fliegen etwa eine halbe Minute lang ambitionierte Bälle, dann sind die Kräfte aufgebraucht. Eben doch kein Kinderspiel. Für das nächste Jahr werde ich trainieren - dann klappt es bestimmt auch mit der Weltmeisterschaft.



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