Von IRIS ZUMBUSCH, 27.02.07, 17:11h
Das vierköpfige Ensemble „La Banda di Palermo“ mit Giacco Pojero, Akkordeon und Gesang, Nino Vetri, Saxophon und Gesang, Antonella Romana, Trompete und Fabio Perricone, Schlagzeug, hat seine eigene Geschichte.
Projekt für Straßenkinder
Leoluca Orlando, damaliger Bürgermeister von Palermo, hatte vor mehr als zehn Jahren die Idee, die Straßenkinder der Stadt aus ihrem klein-kriminellen Milieu heraus zu führen und sie mit ihrer kulturellen Herkunft vertraut zu machen. Sie sollten musizieren. Mit den studierten Musikern Giacco Pojero und Nino Vetri fand er eine geeignete Besetzung für das Projekt. Alsbald festigte sich der Entschluss, neben der Jugendarbeit eine eigene „Banda“ zu gründen. Hinzu gesellten sich Antonella Romana, die in einem sizilianischen Bergdorf bereits einer Gruppe angehört hatte und Fabrio Perricone, der zu den besten Jazz-Schlagzeugern Siziliens zählt. Der verheißungsvolle Name der Truppe jedenfalls hatte für ein ausverkauftes Kunsthaus gesorgt. Mit dem Engagement des Ensembles hatte Veranstalter Ralf Werner in der neuen Konzertreihe „Acoustic spots“ offensichtlich gutes Gespür bewiesen. Wie es sich für eine Banda gehört, zogen die vier Musiker mit kraftvollen Klängen durch den Saal auf die Bühne. Gewohnt, auf Palermos Straßen Musikstürme zu inszenieren, gab es auch für das Kunsthaus keine akustische Schonung. Giacco Pojero, der mit glänzenden Deutschkenntnissen das Konzert moderierte, quittierte die vorsichtige Frage einer Zuhörerin „Geht es etwas leiser?“ mit fröhlichem Lachen. Die Banda- Musik muss eben laut sein und das war auch gut so.
Gebannt verfolgten die Zuhörer die vertonten Geschichten palermitanischer Musik. Neben humorvollen, musikalischen Huldigungen an die Stadtpatronin Santa Rosalia gaben die Musiker einen leidenschaftlichen, oftmals liebevoll karikierten Einblick in ihre Spielkunst.
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